Mainz setzt 2027 auf Gelbe Tonne – doch Dienstleister fehlt noch
Mainz treibt Pläne für die Einführung der "Gelben Tonne" bis 2027 voran
Nach Jahren der Verzögerungen – darunter ein Gerichtsurteil, das den ursprünglichen Vorschlag blockierte – will Mainz die Umstellung des Abfallmanagements auf ein System mit Gelber Tonne bis 2027 vorantreiben. Die Stadt hatte das Vorhaben bereits 2019 beschlossen, um den Verbrauch von Plastiktüten zu reduzieren und die Recyclingquote zu steigern.
Der aktuelle Entsorgungsvertrag mit dem Dienstleister BellandVision läuft Ende 2024 aus, sodass die Stadt dringend einen neuen Anbieter benötigt. Bisher konnte jedoch noch keine Einigung über die Einführung des Tonnensystems erzielt werden.
Ursprünglich hatten die Mainzer Stadtverantwortlichen 2019 beschlossen, die bisherigen Gelben Säcke durch eine feste Tonne zu ersetzen. Ziel war es, die Verschmutzung durch herumliegende oder aufgerissene Verpackungen zu verringern – ein Problem, das alle zwei Wochen bei den Abholungen besonders auffällt. Doch ein Verwaltungsgericht stoppte die Pläne mit der Begründung, das vorgesehene Modell erfülle nicht die Anforderungen an eine Vollservice-Lösung.
BellandVision, der aktuelle Entsorgungspartner, lehnt die Umstellung ab. Das Unternehmen argumentiert, dass Tonnen insbesondere in ländlichen Gebieten zu mehr Restmüll und höheren Emissionen führen könnten, da Studien dort eine erhöhte Falschbefüllung nachweisen. Zudem könnten auf Grundstückseigentümer zusätzliche Kosten zukommen.
Um das Projekt doch noch umzusetzen, hat die Kommunale Abfallwirtschaft Mainz (KAW) nun eine überarbeitete Rahmenrichtlinie veröffentlicht. Diese soll einen neuen Anbieter anziehen, der eine vollständige Serviceleistung garantieren kann. Sollte sich kein entsprechendes Angebot finden, müssen die Bürger die Gelbe Tonne selbstständig an den Straßenrand bringen und nach der Leerung wieder zurückstellen.
Trotz der Hindernisse hält Mainz am Starttermin fest: Ab dem 1. Januar 2027 soll das neue System eingeführt werden. Die Stadt erhofft sich dadurch eine Lösung für die langjährigen Probleme mit Abfallverunschmutzung und eine Steigerung der Recyclingquoten in der Region.
Die Gelbe Tonne soll ab 2027 die bisherige Sacksammlung ersetzen – vorausgesetzt, es findet sich ein geeigneter Dienstleister. Falls kein Vollservice-Vertrag zustande kommt, müssen die Anwohner die Entsorgung selbst organisieren. Die Umstellung ist der neueste Versuch, die Abfallprobleme in den Griff zu bekommen, die seit dem ursprünglichen Beschluss von 2019 bestehen.






