12 February 2026, 19:00

Mainz 05 feiert historische Rosenmontagssitzung mit erster Protokollführerin

Ein Plakat, das ein Festival in München ankündigt und ein Gemälde einer Frau mit einem menschlichen Gesicht zeigt, umgeben von Menschen und Bäumen, mit Text.

Frauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainz 05 feiert historische Rosenmontagssitzung mit erster Protokollführerin

"Mainz 05 bleibt Mainz 05, wie es singt und lacht": Rosenmontags-Sitzung schreibt Geschichte

Die diesjährige Mainz 05 bleibt Mainz 05, wie es singt und lacht-Faschingssitzung hat in diesem Jahr Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal seit fast zwei Jahrhunderten führte eine Frau durch das Protokoll der Veranstaltung. Christina Grom stand im Mittelpunkt und setzte mit beißendem Spott gegen Spitzenpolitiker Akzente, während bewährte Traditionen mit bekannten Gesichtern auf der Bühne fortgeführt wurden.

Jürgen Wiesmann feierte sein 25-jähriges Jubiläum in der Rolle des Ernst Lustig, der beliebten Karnevalsfigur der Sitzung. Seine Rückkehr sorgte für Kontinuität in einer Show, die für ihre Mischung aus Humor und politischer Kommentierung bekannt ist.

Groms Auftritt kannte keine Rücksichtnahmen. Sie nahm Kanzler Friedrich Merz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump aufs Korn. Ein besonders treffender Spruch forderte, der Himmel möge Trump "etwas Verstand herabregnen" lassen – sein Kopf wurde dabei mit der Gutenberg-Bibel verglichen. Die Tradition, internationale Persönlichkeiten mit überspitzter Satire zu bedienen, reicht Jahrzehnte zurück: Frühere Ausgaben nahmen bereits Führungspersönlichkeiten wie Kennedy, Thatcher oder Gorbatschow auf die Schippe.

Den Abschluss des Abends bildete Andreas Schmitt, langjähriger Moderator der Sitzung, der in der Rolle des "Hochaltar-Dieners" des Mainzer Doms auftrat. In dieser Figur übermittelte er Papst Leo XIV. seine besten Wünsche – insbesondere für mehr Gleichberechtigung der Frauen in der katholischen Kirche.

Groms Debüt als erste Protokollführerin seit fast 200 Jahren markiert einen Wandel für die Sitzung. Die Veranstaltung verband bewährte Bräuche mit frischem, zielgenauem Humor. Wie stets standen Politik und Satire im Zentrum – und sorgten dafür, dass die Show sowohl unterhaltsam als auch provokant blieb.