Louis Klamroths konfrontativer Stil verändert "hart aber fair" – mit Folgen für die ARD
Enrico HerrmannLouis Klamroths konfrontativer Stil verändert "hart aber fair" – mit Folgen für die ARD
Louis Klamroth übernahm im September 2023 die Moderation von "hart aber fair" und brachte einen aggressiveren, konfrontativeren Stil in die langjährige Talkshow ein. Unter seiner Führung stieg die Zahl der Sendungen zunächst an, doch aktuelle Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang der Ausstrahlungen.
Als Klamroth die Leitung übernahm, erhöhte sich die Sendefrequenz. Zwischen 2024 und Anfang 2026 stieg die Anzahl der Folgen von zuvor durchschnittlich 35–40 pro Jahr auf 45 im Jahr 2024, mit Prognosen von etwa 50 bis Februar 2026. Dies wurde durch eine zweimal wöchentliche Ausstrahlung – dienstags und donnerstags – im Programm der ARD ermöglicht.
Doch trotz des anfänglichen Ausbaus ging die Zahl der Sendungen anschließend zurück. Nach 30 Folgen im Jahr 2024 sank die Anzahl auf 20 im Jahr 2025, für 2026 sind nur noch 15 geplant.
Sein Stil unterscheidet sich deutlich von dem seines Vorgängers Frank Plasberg. Klamroth nimmt oft einen anklägerischen Ton an und drängt Gäste mit Ja-Nein-Fragen zu komplexen Themen. Einige der spannendsten Sendungen featured ungewöhnliche Gäste – Unternehmer, Arbeiter oder Ehrenamtliche – statt der sonst üblichen mediengewandten Persönlichkeiten. Allerdings zieht er Kritik auf sich, weil er Sprecher mitten im Satz unterbricht, selbst bei einer Sendedauer von 75 Minuten.
Ein bemerkenswerter Konflikt entbrannte während einer Debatte über den Sozialstaat. Thorsten Frei, Chef des Bundeskanzleramts, blieb gelassen, trotz Klamroths nachbohrender und unterstellender Fragen. Doch die Schwierigkeiten des Moderators, chaotische Diskussionen zu steuern, und sein konfrontativer Stil sind zu wiederkehrenden Themen geworden.
Die schwankende Anzahl der Sendungen spiegelt die größeren Veränderungen unter Klamroths Führung wider. Sein kämpferischer Ansatz hat "hart aber fair" geprägt, doch der Rückgang der Ausstrahlungen deutet auf eine mögliche Neuausrichtung hin. Ob sich dieser Trend fortsetzt, wird sich zeigen, während die Sendung voranschreitet.






