29 January 2026, 17:07

Landwirtschaftsverbände fordern vor der Wahl klare Regeln für Ackerbau und Weinanbau in Baden-Württemberg

Ein detaillierter alter Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem hervorgehobenen Gebäude in der unteren rechten Ecke und Text, der Stadtinformationen bereitstellt.

Landwirtschaftsverbände fordern vor der Wahl klare Regeln für Ackerbau und Weinanbau in Baden-Württemberg

Landwirtschafts- und Weinbauverbände in Baden-Württemberg haben vor der Landtagswahl am 8. März 2026 ihre zentralen Forderungen vorgestellt. Die gemeinsamen Vorschläge, die unter anderem vom Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) vorgelegt wurden, zielen darauf ab, die Zukunft von Ackerbau, Weinanbau und regionalen Wertschöpfungsketten zu sichern. Im Fokus stehen Umweltstandards, wirtschaftliche Stabilität sowie der Abbau von Bürokratie für Erzeuger in der gesamten Branche.

Die Verbände fordern strengere EU-weite Produktionsvorschriften und klarere Importregeln. Güter aus Drittländern sollen denselben Umwelt-, Tierschutz- und Lebensmittelsicherheitsstandards unterliegen wie inländische Erzeugnisse. Im Weinbau werden unter anderem bessere Vermarktungsförderung und neue Biodiversitätsinitiativen zum Schutz der Weinberg-Ökosysteme angemahnt.

Langfristige Planung und Investitionen stehen im Mittelpunkt der Forderungen. Die Verbände bestehen auf verlässliche politische Rahmenbedingungen, um Betrieben die Modernisierung und wirtschaftliche Tragfähigkeit zu ermöglichen. Zudem betonen sie die übergeordnete Rolle des Sektors für die Ernährungssicherheit, den Klimaschutz und die Erhaltung ländlicher Kulturlandschaften.

Bürokratie bleibt ein zentrales Problem. Zu den Vorschlägen gehören vereinfachte Vorschriften, höhere Bagatellgrenzen und die Abschaffung doppelter Verwaltungsprozesse. Weitere Anliegen umfassen wissenschaftlich fundierte Zulassungen für Pflanzenschutzmittel, steuerliche Maßnahmen wie Risikoausgleichsrücklagen sowie flexiblere Regeln für Saisonarbeitskräfte.

Die Forderungen wurden im Januar 2026 offiziell präsentiert, wobei Ulrich Potell, Geschäftsführer des Landeswaldverbands, forstspezifische Prioritäten darlegte. Zwar werden in den begleitenden Diskussionen einzelne Vertreter wie BLHV-Vizepräsident Karl-Heinz Mayer genannt, doch das Kerndokument spiegelt eine einheitliche Position der führenden Landwirtschafts- und Weinbauverbände der Region wider.

Die Vorschläge richten sich an die künftige Landesregierung Baden-Württembergs und alle Fraktionen im Landtag. Bei Umsetzung könnten die Maßnahmen die regionale Agrarpolitik grundlegend verändern – von Förderprogrammen und Handelsregeln bis hin zum Arbeitskräftemanagement. Die Verbände argumentieren, dass ein starker heimischer Sektor sowohl für die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit als auch für den Umweltschutz unverzichtbar sei.