Landtagswahlen 2026: AfD im Aufwind, Grüne kämpfen um Baden-Württembergs Führung
H.-Dieter ReuterLandtagswahlen 2026: AfD im Aufwind, Grüne kämpfen um Baden-Württembergs Führung
Deutschlands politische Landschaft steht vor einem möglichen Umbruch bei den Landtagswahlen 2026. In fünf Bundesländern, darunter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, wird gewählt – und das vor dem Hintergrund wachsender Unzufriedenheit mit der Bundespolitik. Umfragen deuten darauf hin, dass die rechtspopulistische AfD als bedeutende Kraft hervorgehen könnte, während die Grünen in einem ihrer Hochburgen einen Führungswechsel vorbereiten.
In Baden-Württemberg wird Winfried Kretschmann, der erste grüne Ministerpräsident der Landesgeschichte, nach 16 Jahren im Amt zurücktreten. Als sein Nachfolger gilt Cem Özdemir, ein weiterer prominenter Grüner, als Favorit. Aktuelle Umfragen sehen die Partei bei 23 Prozent – ein Rückgang gegenüber dem Spitzenwert von 32,6 Prozent bei der Wahl 2021, aber eine leichte Erholung seit Ende 2025. Die CDU liegt mit 29 Prozent (2021: 24,1 %) vorn, während die AfD ihre Unterstützung seit der letzten Wahl auf 20 Prozent verdoppelt hat.
Skandale um AfD-Mitglieder haben dem Aufstieg der Partei kaum geschadet. Analysten führen ihre Gewinne weniger auf Zustimmung zu ihrem Programm zurück als vielmehr auf eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Bundespolitik. Themen wie Migration und Wirtschaft dominieren nun den Wahlkampf – Klimapolitik, einst die Domäne der Grünen, rückt in den Hintergrund. In Wirtschaftsfragen genießt die CDU das größte Vertrauen, während Özdemir in der Beliebtheit seinen CDU-Herausforderer Thomas Hagel übertrifft.
Auch in Rheinland-Pfalz könnte der Aufstieg der AfD die Machtverhältnisse verändern. Sollten sich die aktuellen Trends bestätigen, könnte die Partei in Baden-Württemberg zur stärksten Oppositionskraft aufsteigen und das politische Kräftespiel weiter verschieben. Kleinere Parteien wie SPD, FDP und die Linke verlieren dagegen an Zustimmung oder verzeichnen nur geringe Zuwächse – die FDP fällt von 10,5 auf nur noch 5 Prozent.
Beobachter sprechen von einem "Frühling des Unmuts", in dem die Wähler die Wahlen nutzen, um Berlin ein klares Signal zu senden. Die Ergebnisse könnten die politische Landkarte Deutschlands neu zeichnen und sowohl etablierte als auch aufstrebende Parteien auf die Probe stellen.
Die Landtagswahlen 2026 werden zeigen, welche Themen die Wähler bewegen und wie die Parteien auf die veränderte Stimmung reagieren. Ein starkes Abschneiden der AfD könnte die Oppositionsdynamik verändern, während Grünen und CDU in Baden-Württemberg um die Vorherrschaft ringen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich auch die Bundespolitik prägen – als Spiegel der öffentlichen Sorgen über Migration, Wirtschaft und das Vertrauen in die politische Führung.