05 February 2026, 17:03

Kretschmanns überraschender Rückzug: Ende einer Ära in Baden-Württemberg

Ein Plakat mit fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, das "Trickle-Down Economics Doesn't Work" behauptet und einen Zitat von Präsident Biden enthält.

Kretschmann: "Ich bin froh, dass ich aufhöre" - Kretschmanns überraschender Rückzug: Ende einer Ära in Baden-Württemberg

Winfried Kretschmann, der langjährige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, hat bekannt gegeben, dass er bei der Landtagswahl 2026 nicht mehr antreten wird. Mit 77 Jahren bezeichnete er die Anforderungen des Amtes als erschöpfend und räumte ein, unter Schlafstörungen zu leiden, verursacht durch ständige Sorgen. Sein Rückzug markiert das Ende einer 15-jährigen Amtszeit, die die Politik der Region nachhaltig geprägt hat.

Kretschmann übernahm das Amt erstmals im Mai 2011 und wurde damit Baden-Württembergs erster grüner Ministerpräsident. Seine Wahl durchbrach jahrzehntelange CDU-Dominanz und führte zu einer grün-roten Koalitionsregierung. In seiner zweiten Amtszeit wechselte er die Bündnispartner und bildete mit der CDU eine grün-schwarze Koalition – eine Partnerschaft, die bis zu seiner Rückzugsankündigung Bestand hatte.

Die Belastungen des Amtes haben im Laufe der Jahre ihre Spuren hinterlassen. Kretschmann gab offen zu, dass selbst kleine Missstände ihn nachts wachhalten, da er sich persönlich verantwortlich fühlt, Probleme zu lösen oder Fehler zu verhindern. Angesichts der für den 8. März 2026 anstehenden Landtagswahl hat er nun klarstellt, nicht erneut zu kandidieren.

Mit Blick auf die Zukunft äußerte Kretschmann Erleichterung, dass seine Amtszeit bald endet. Er sprach offen über die Last der Führung und die Verantwortung, die er über so viele Jahre getragen hat.

Kretschmanns Abschied schließt ein bedeutendes Kapitel der politischen Geschichte Baden-Württembergs. Unter seiner Führung stiegen die Grünen von der Opposition zu einer dominierenden Kraft im Land auf. Die anstehende Wahl wird zeigen, wer nach fast eineinhalb Jahrzehnten seiner Regierungszeit die Nachfolge antritt.