Kretschmanns Plan: Europa soll mit lokaler Produktion und Batterie-Innovationen unabhängiger werden
Paula GumprichKretschmanns Plan: Europa soll mit lokaler Produktion und Batterie-Innovationen unabhängiger werden
Baden-Badens Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat Pläne vorgelegt, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. Im Mittelpunkt stehen strengere lokale Produktionsvorgaben, Innovationen im Batteriesektor und ein härteres Vorgehen gegen ausländische Subventionen. Konkrete Maßnahmen der Landesregierung stehen jedoch noch aus.
Kretschmann setzt sich dafür ein, dass Europa schärfere Regeln für den lokalen Wertschöpfungsanteil einführt. Demnach müssten Unternehmen, die Zugang zu europäischen Märkten anstreben, in Produktionsstätten, Arbeitsplätze und Wertschöpfung innerhalb der Region investieren. Ziel ist es, die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten zu verringern und die heimische Industrie zu stärken.
Zudem will er Europa als führend in der Batterietechnologie der nächsten Generation positionieren. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter globaler Konkurrenz, insbesondere durch chinesische Subventionen und die unter dem früheren US-Präsidenten Donald Trump verhängten Zölle. Kretschmann signalisiert damit einen entschlosseneren Kurs zum Schutz europäischer Wirtschaftsinteressen.
Weitere Vorschläge – wie ein Fonds zur Unterstützung von Zulieferern, der Ausbau der Ladeinfrastruktur und günstigerer Strom für Elektrofahrzeuge – stammen unter anderem von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Doch auch diese bleiben vorerst Ideen, ohne dass Baden-Württemberg oder die EU deren Umsetzung bestätigt hätten.
Die Pläne unterstreichen das Bestreben nach größerer industrieller Unabhängigkeit Europas. Sollten die lokalen Wertschöpfungsregeln und die Batterieentwicklung umgesetzt werden, könnten sie die Lieferketten grundlegend verändern. Bisher hat das Land jedoch keine Details bekannt gegeben, wie oder wann diese Maßnahmen in Kraft treten sollen.