Kompakte Biogasanlagen machen Klimaschutz für Milchbauern rentabel
Enrico HerrmannKompakte Biogasanlagen machen Klimaschutz für Milchbauern rentabel
Deutschland fördert kompakte und bezahlbare Biogasanlagen, um mittelgroßen Betrieben zu helfen, Kosten und Emissionen zu senken. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt ein Projekt zur Entwicklung kostengünstiger Systeme, die für Vieh- und Milchbauern eine realistische Option darstellen sollen.
Diese Kleinstanlagen, die speziell für die Gärung von Gülle konzipiert sind, könnten bald sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile für Landwirte mit etwa 100 Kühen bieten.
Die neue Initiative konzentriert sich auf Biogasanlagen mit einer Leistung von bis zu 150 kW, die nun höhere Einspeisevergütungen erhalten. Diese Anpassung soll die Rentabilität für kleinere Betriebe verbessern. Eine 50-kW-Anlage könnte beispielsweise bei den aktuellen Förderbedingungen jährlich rund 50.000 Euro geld anlegen.
Forscher der Universität Hohenheim entwickeln ein standardisiertes System namens KLAWIR, mit dem Ziel, die Kosten auf unter 8.000 Euro pro kW zu drücken – und damit die Investitionshürde für Landwirte deutlich zu senken. Durch vorgefertigte Komponenten lässt sich die Anlage in nur drei Wochen installieren.
Neben den finanziellen Vorteilen bieten die Anlagen auch ökologische Pluspunkte: Die Lagerung von Gülle in geschlossenen Fermentern zur Biogasgewinnung kann die Methanemissionen um bis zu 90 Prozent reduzieren. Zudem hilft das erzeugte Biogas, die Energiekosten der Höfe zu senken.
In Deutschland sind bereits zwischen 8.000 und 10.000 Biogasanlagen in Betrieb, die meisten davon in Bayern. Doch die neuen Mikro- und Kleinanlagen könnten den Zugang für kleinere Betriebe eröffnen, für die herkömmliche Biogasanlagen bisher zu teuer waren.
Das Projekt richtet sich an Höfe mit etwa 100 Milchkühen inklusive Jungvieh. Bei Erfolg könnten diese kostengünstigen Biogasanlagen zu einer Standardlösung werden, um Emissionen und Energiekosten zu reduzieren. Landwirte hätten dann eine praktikable Möglichkeit, aus Gülle nicht nur Einnahmen, sondern auch saubere Energie zu gewinnen.






