Kampf um Kretschmanns Erbe: Özdemir gegen Hagel in Baden-Württemberg
H.-Dieter ReuterJoschka Fischer: Kretschmanns Erbe gehört uns Grünen - Kampf um Kretschmanns Erbe: Özdemir gegen Hagel in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg bereitet sich auf die entscheidende Landtagswahl am 8. März vor – der Wettlauf um die Nachfolge des langjährigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann nimmt an Fahrt auf. Die Grünen haben Cem Özdemir als ihren Kandidaten nominiert, während CDU-Landeschef Manuel Hagel sich als natürlicher Nachfolger ins Spiel bringt. Der Wahlkampf ist bereits von scharfen Wortgefechten über politische Erblasten und die künftige Ausrichtung des Landes geprägt.
Winfried Kretschmann regiert Baden-Württemberg seit 2011 und ist damit der dienstälteste Ministerpräsident in der Geschichte des Landes. Seine Amtszeit begann, nachdem der CDU-Politiker Stefan Mappus 2011 nach massiver Kritik an seiner Haltung zur Fukushima-Katastrophe und den Protesten gegen Stuttgart 21 die Macht verloren hatte. Unter Kretschmanns Führung stiegen die Grünen von der Opposition zur dominierenden Kraft auf – zunächst in einer Koalition mit der SPD, später in einer Regierung mit der CDU.
Der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel behauptet, Kretschmanns Erbe sei in seinen Händen sicher. Doch der Grünen-Veteran Joschka Fischer wies diese Darstellung zurück: Hagels eigentlicher politischer Vorläufer sei Mappus und nicht Kretschmann, so Fischer. Die Verdienste Kretschmanns gehörten dem Volk Baden-Württembergs und den Grünen – nicht der CDU.
Fischer sprach sich zudem deutlich für Cem Özdemir als stärksten Kandidaten der Grünen aus. Die Partei hat Özdemir offiziell als Spitzenkandidaten für den Wahlkampf aufgestellt, was den direkten Zweikampf mit Hagel bei der März-Wahl besiegelt.
Die Wahl wird entscheiden, wer nach mehr als einem Jahrzehnt Kretschmann im Amt folgt. Özdemir und Hagel liefern sich ein Rennen um unterschiedliche Zukunftsvisionen für das Land. Das Ergebnis wird zeigen, ob die Grünen ihre Vorherrschaft behaupten können – oder ob die CDU die Führung zurückerobert.






