04 March 2026, 15:56

Hitzige Windkraft-Debatte am Bodensee: Proteste und politischer Streit um neue Vorranggebiete

Eine Karte der vorgeschlagenen Windenergiegebiete f├╝r die 2021er Verpachtung, mit beschrifteten Standorten und Nummern.

Hitzige Windkraft-Debatte am Bodensee: Proteste und politischer Streit um neue Vorranggebiete

Heftige Debatte um neuen Teilflächennutzungsplan für Windkraft am Bodensee-Oberschwaben

Beim Treffen des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben entbrannte eine hitzige Diskussion über den neuen teilräumlichen Energieplan. Der Entwurf, der Vorranggebiete für Windkraft in den Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis ausweist, wurde trotz lautstarker Proteste mit breiter Mehrheit verabschiedet. Vor dem Veranstaltungsort versammelten sich rund 100 Demonstranten mit Transparenten und Parolen gegen den Ausbau von Windrädern.

Der Plan sieht 39 Vorrangzonen für Windenergie vor, die lediglich 1,85 Prozent der Gesamtfläche der Region umfassen. Mehr als die Hälfte dieser Gebiete liegt in Sigmaringen, 39 Prozent in Ravensburg und nur 4 Prozent im Bodenseekreis. Besonders umstritten sind Standorte wie der Altdorfer Wald und Bad Waldsee, wo ökologische Bedenken und lokale Widerstände aufeinandertreffen.

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Während der Versammlung unterbrach ein Windkraftgegner aus dem Zuschauerbereich die Sitzung mit lauten Zwischenrufen, bevor er demonstrativ den Saal verließ. Im Plenum sprachen sich Vertreter von CDU, Freien Wählern (FW), Grünen und SPD für den Plan aus. Daniel Rapp (CDU) argumentierte, das Vorhaben begrenze eine unkontrollierte Ausweitung und verhindere eine "Überprivilegierung" von Windprojekten.

Norbert Zeller (SPD) verteidigte die ausgewiesenen Zonen und lehnte einen letzten Antrag ab, das Gebiet bei Vogt um 90 Hektar zu verkleinern. Ulrich Walz (Grüne) wies Bedenken gegen Windräder zurück und nannte den Kiesabbau ein dringlicheres Umweltproblem. Rainer Magenreuter (FW) unterstützte den Plan grundsätzlich, verglich dessen Ehrgeiz aber mit der Mondlandung.

Draußen setzten die Demonstranten ihre Proteste fort und skandierten gegen Windkraft, während im Saal die Abstimmung zugunsten des Energieplans ausging.

Der beschlossene Plan schafft nun die Grundlage für bis zu 160 mögliche Windkraftanlagen in der Region. Zwar bleiben konkrete Zahlen zu Genehmigungen und fortgeschrittenen Planungen noch unklar, doch ebnet die Entscheidung den Weg für weitere Projekte. Der Beschluss unterstreicht den Vorstoß für erneuerbare Energien, während der Widerstand lokaler Gruppen auf anhaltende Konflikte hindeutet.