26 February 2026, 07:02

Heizungsgesetz vor dem Kipp-Punkt: Warum die Regierung jetzt zurückrudert

Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Gebäude mit Säulen und einer Tür, hält ein Transparent mit Text, Fahnen mit Stangen und Luftballons und nimmt an einem Klimastreik in Deutschland teil.

Der Weg zum Heizungsgesetz: Was heute in Karlsruhe auf dem Programm steht? - Heizungsgesetz vor dem Kipp-Punkt: Warum die Regierung jetzt zurückrudert

Deutschlands Heizungsgesetz steht seit seiner Einführung Anfang 2024 vor juristischen Herausforderungen. Ursprünglich schrieb das Gesetz vor, dass neu installierte Heizsysteme mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen. Nun strebt die Regierung eine grundlegende Überarbeitung an – weg von strengen Vorgaben, hin zu einem schrittweisen Ansatz.

Das Bundesverfassungsgericht prüft derzeit eine Beschwerde des ehemaligen CDU-Abgeordneten Thomas Heilmann, der vorwirft, das Gesetz sei ohne ausreichende parlamentarische Debatte überstürzt verabschiedet worden. Ein endgültiges Urteil wird in den kommenden Monaten erwartet.

Das Heizungsgesetz sollte Öl- und Gasheizungen zugunsten klimafreundlicher Alternativen auslaufen lassen. Nach der ursprünglichen Fassung mussten neue Heizanlagen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Diese Regelung löste heftige Kritik aus: Gegner argumentierten, sie würde die Sanierungskosten für Haushalte auf bis zu 150.000 Euro hochtreiben.

Auf Druck der Branche lenkte die Regierung ein. Der neue Entwurf, das Gebäudemodernisierungsgesetz, streicht die 65-Prozent-Regel. Stattdessen sieht er eine schrittweise Erhöhung des Anteils klimafreundlicher Brennstoffe vor, beginnend bei nur 10 Prozent im Jahr 2029. Dieser Kurswechsel folgt Berichten über einen Rückgang der Heizungsverkäufe um 46 Prozent im Jahr 2024, da Hersteller und Hausbesitzer mit den strengen Vorgaben haderten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Heilmanns Klage stoppte die Umsetzung des Gesetzes im vergangenen Jahr. Er begründete dies damit, dass das beschleunigte Verfahren seine Rechte als Abgeordneter verletzt habe, indem die parlamentarische Diskussion abgekürzt worden sei. Die Richter werden nun entscheiden, ob der Regierungsweg rechtmäßig war oder ob das Gesetz nachgebessert werden muss.

Die öffentliche Debatte hat sich mittlerweile von der ursprünglichen strengen Regelung hin zum flexibleren neuen Plan verschoben. Das Urteil des Verfassungsgerichts könnte die deutschen Heizungsvorschriften für Jahre prägen.

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wird über die Zukunft der Heizungsgesetze in Deutschland bestimmen. Falls die Beschwerde Erfolg hat, müsste die Regierung ihren Ansatz möglicherweise erneut überarbeiten. So oder so wird das Urteil Millionen Haushalte und den breiten Wandel hin zu klimafreundlichen Heizlösungen beeinflussen. Das Endurteil wird in einigen Monaten erwartet.