Heino-Konzert für entlassenen Feuerwehrmann entfacht Debatte um Nationalhymne und Rechtsextremismus-Vorwürfe
Harry GirschnerHeino-Konzert für entlassenen Feuerwehrmann entfacht Debatte um Nationalhymne und Rechtsextremismus-Vorwürfe
Ein Konzert des Schlagersängers und Legenden Heino in Bad Belzig hat die Debatte um die Entlassung eines Feuerwehrmanns neu entfacht. Der 85-jährige Künstler trat bei einer Solidaritätsveranstaltung für Richard Mänder auf, einen Schiedsrichter, der nach dem Abspielen einer umstrittenen Version der deutschen Nationalhymne seines Amtes enthoben wurde. Zu der Veranstaltung erschienen Politiker, Kollegen aus der Musikbranche und ein flaggenschwenkendes Publikum.
Der Streit begann, als der Feuerwehrmann und Schiedsrichter Richard Mänder bei einer Meisterschaft in Torgau Heinos Aufnahme der Nationalhymne aus den 1970er-Jahren abspielte – inklusive aller drei Strophen, die heute nur noch selten gesungen werden. Daraufhin wurde ihm eine Nähe zur rechten Szene vorgeworfen. Mänder weist die Vorwürfe zurück und behauptet, unfair behandelt worden zu sein. Der Deutsche Feuerwehrverband reagierte mit einem Berufsverbot für alle Schiedsrichtertätigkeiten.
Als Reaktion gründete Mänder die Deutsche Feuerwehrsport Gemeinschaft, eine alternative Organisation, die im März 2026 ihre erste Meisterschaft ausrichten will. Dieser Schritt sorgt bei Funktionären wie Rolf Fünning, dem Präsidenten des Brandenburgischen Feuerwehrverbandes, für Besorgnis. Fünning warnt vor einer Spaltung der Gemeinschaft und hat Mitgliedern untersagt, bei Mänders Veranstaltungen Verbandsuniformen oder -abzeichen zu tragen. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass der Streit Auswirkungen auf die offiziellen Wettbewerbe hat, die für 2029 geplant sind.
Heinos Solidaritätskonzert in Bad Belzig entwickelte sich zu einem Treffpunkt für Unterstützer. Unter den Zuschauern, die deutsche Flaggen schwenkten und den Namen des Sängers skandierten, befanden sich der AfD-Politiker Lars Schieske und die Schlagersängerin Melanie Müller. Heinos Manager, Helmut Werner, verteidigte Mänder und forderte eine zweite Chance für ihn. Kritiker werfen dem Sänger hingegen politische Tendenzen vor – ein Vorwurf, den Werner zurückweist. Auf dem Programm standen Klassiker wie Blaue Blume, Rosamunde und Karamba, Karacho, ein Whisky.
Das Konzert und Mänders neue Organisation vertiefen die Gräben in der Feuerwehrgemeinschaft. Während seine alternativen Meisterschaften voranschreiten, hält der offizielle Verband an seinen Sanktionen fest. Die für 2029 geplanten Feuerwehrwettkämpfe bleiben vorerst von dem Konflikt unberührt.






