Heilbronn setzt auf Zukunft: Neues Gaskraftwerk ersetzt Kohleblock HLB 7
Enrico HerrmannHeilbronn setzt auf Zukunft: Neues Gaskraftwerk ersetzt Kohleblock HLB 7
Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG ersetzt am Standort Heilbronn ein langjähriges Kohlekraftwerk durch ein modernes, effizienteres Gaskraftwerk. Die neue Anlage, HLB 8, soll Ende 2027 den kommerziellen Betrieb aufnehmen und markiert damit einen Schritt hin zu geringeren Emissionen und mehr Flexibilität in der Energieerzeugung. Die Bauarbeiten laufen seit 2024; langfristig ist geplant, ab Mitte der 2030er-Jahre von Erdgas auf klimaneutralen Wasserstoff umzustellen.
Das bisherige Kraftwerksblock HLB 7, das 1985 in Betrieb ging, wurde am 1. März 2026 in die Netzreserve überführt. Das bedeutet, es nimmt nicht mehr am Strommarkt teil, kann aber auf Anfrage der TransnetBW GmbH noch bis zu zweieinhalb Jahre zur Netzsicherheit beitragen. In fast 40 Betriebsjahren erzeugte HLB 7 rund 110.000 GWh Strom und versorgte Heilbronn sowie Neckarsulm mit Fernwärme und Elektrizität.
Der Nachfolger HLB 8 wird als Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk (GuD) betrieben und ist deutlich effizienter als das bisherige Steinkohlekraftwerk. Die CO₂-Emissionen sollen um über 50 Prozent sinken. Zwar wurde die genaue Leistung von HLB 8 nicht bekannt gegeben, doch die Anlage ersetzt die 778 MW des Vorgängers durch ein saubereres und anpassungsfähigeres System. Zunächst wird sie mit Erdgas betrieben, doch die wasserstofftaugliche Infrastruktur ermöglicht ab Mitte der 2030er-Jahre den Umstieg auf grünen Wasserstoff.
Der kommerzielle Betrieb von HLB 8 ist für das dritte oder vierte Quartal 2027 vorgesehen. Das Projekt steht für die Strategie der EnBW, ihre Energieinfrastruktur zu modernisieren und gleichzeitig die Umweltbelastung zu verringern.
Die Stilllegung von HLB 7 und die Inbetriebnahme von HLB 8 verändern den Kraftwerksbetrieb in Heilbronn grundlegend: Die neue Anlage senkt die Emissionen, steigert die Effizienz und bereitet den Weg für die künftige Wasserstoffnutzung. Bis dahin bleibt der alte Block als Reserve erhalten, um bei Bedarf die Netzstabilität zu sichern.






