Handwerksverbände im Machtkampf: ZDK reformiert Satzung und grenzt ZVK aus
Harry GirschnerHandwerksverbände im Machtkampf: ZDK reformiert Satzung und grenzt ZVK aus
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDK) hat angesichts der eskalierenden Spannungen mit dem Zentralverband Deutscher Handwerksbetriebe (ZVK) seine Satzung grundlegend überarbeitet. Die im Januar 2023 beschlossenen Reformen stellen einen deutlichen Bruch mit bisherigen Gepflogenheiten dar und zielen auf eine Neuordnung der Organisationsstrukturen ab.
Im Kern der Änderungen steht die Forderung nach einer strikten institutionellen Trennung, die jahrzehntelange gemeinsame Governance-Strukturen beendet und zu rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Verbänden geführt hat.
Der Konflikt zwischen ZDK und ZVK eskalierte im Oktober 2025, als der ZVK 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK einforderte. Dies löste eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten aus und legte tiefere Gräben offen, die über den langjährigen Streit um Gebühren für Fahrzeugprüfungen hinausgehen.
Nach den neuen Regelungen hat der ZDK den Einfluss des ZVK in seinen Gremien deutlich zurückgedrängt. Bisher verfügte der ZVK über drei garantierte Sitze sowie ein Vizepräsidium – künftig bleibt nur noch ein Vertreter der Handwerksführung. Zudem verlieren die Ausschüsse ihre Entscheidungsbefugnis und sind künftig rein beratend tätig, während die alleinige Sprecherrolle der ZDK-Führung vorbehalten bleibt.
Personalfragen werden nun durch demokratische Abstimmungen in der Mitgliederversammlung entschieden. Zudem hat der ZDK direkte Mitgliedschaftswege für Betriebe eingeführt, die es Werkstätten ermöglichen, sich auch dann dem Bonner Hauptsitz anzuschließen, wenn ihre Landesverbände austreten. Damit soll verhindert werden, dass Innungen ohne organisatorische Unterstützung dastehen.
Der ZDK plant, in betroffenen Regionen die Aufklärungsarbeit zu verstärken und vor Ort die Gründe und Folgen möglicher Austritte zu erläutern. Die Reformen werden als Schritt zu mehr Transparenz und einer besseren Abbildung der aktuellen Branchenrealität präsentiert.
Die satzungsgemäßen Änderungen erzwingen eine klare Trennung zwischen ZDK und ZVK, beenden die gemeinsame Steuerung und reduzieren die Vertretung des ZVK. Die Gremien agieren künftig ausschließlich in beratender Funktion, während die Sprecherrolle allein bei der Führungsebene liegt.
Zudem eröffnen die Reformen Betrieben neue Wege, um auch bei einem Austritt ihres Landesverbandes die Verbindung zum ZDK aufrechtzuerhalten. Der Verband wird sich künftig stärker auf die direkte Kommunikation mit Unternehmen in den von der Spaltung betroffenen Regionen konzentrieren.






