Handwerk in Südwestdeutschland blickt mit Skepsis auf das Jahr 2026
Enrico HerrmannStimmung im Handwerk: Viele harren besserer Zeiten - Handwerk in Südwestdeutschland blickt mit Skepsis auf das Jahr 2026
Handwerksbetriebe in Südwestdeutschland rechnen mit einem schwachen Start ins Jahr 2026
Während einige Branchen vorsichtig optimistisch stimmen, erwarten viele Unternehmen kaum Veränderungen oder sogar einen weiteren Rückgang der Auftragslage. Die aktuellen Zahlen zeigen ein gemischtes, aber weitgehend gedämpftes Stimmungsbild in der Region.
Mehr als ein Viertel der Betriebe in Baden-Württemberg geht davon aus, dass sich die Geschäfte im ersten Quartal 2026 verschlechtern werden. Diese Skepsis durchzieht alle sieben Handwerksgruppen – die Zahl der Unternehmen, die mit einem Rückgang rechnen, übersteigt jene, die eine Besserung erwarten. Dennoch blickt etwa jedes fünfte Unternehmen zuversichtlicher in die Zukunft, während über die Hälfte der Befragten davon ausgeht, dass sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr nicht ändern wird.
Einziger Lichtblick ist der Bausektor, der eine deutliche Aufhellung der Stimmung zeigt. Die Dienstleistungs- und Gesundheitshandwerke bleiben zwar am optimistischsten, doch auch hier dämpft die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit die Erwartungen. Insgesamt haben sich die Werte im Vergleich zu 2025 kaum verändert – weder deutet sich ein starker Einbruch an, noch ist ein kräftiger Aufschwung in Sicht.
Rainer Reichhold, Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstags, betonte die Notwendigkeit stabiler Rahmenbedingungen und einer stärkeren Nachfrage. Die Unternehmen wünschten sich klarere wirtschaftliche Signale, um Wachstum anzukurbeln. Vergleichbare Daten aus anderen Bundesländern fehlen jedoch, sodass das Gesamtbild unvollständig bleibt.
Die Hoffnungen der Branche ruhen nun auf einer moderaten Erholung im Laufe des Jahres 2026. Da die Pessimisten derzeit überwiegen, stellen sich die Betriebe auf eine weitere anspruchsvolle Phase ein. Die kommenden Monate werden zeigen, ob politische Weichenstellungen oder Marktveränderungen die zähe Konjunktur beleben können.