31 December 2025, 12:39

Handwerk in Freiburg erlebt Ausbildungsboom – doch die Herausforderungen bleiben groß

Ein Zug auf Eisenbahnschienen mit Autos, Strommasten, Bäumen und einem Himmel im Hintergrund.

Handwerk in Freiburg erlebt Ausbildungsboom – doch die Herausforderungen bleiben groß

Die Handwerkskammer Freiburg verzeichnet einen deutlichen Anstieg bei den Ausbildungsverträgen – den höchsten seit über 20 Jahren. Insgesamt wurden 2.636 neue Lehrverträge unterzeichnet, was ein erneutes Interesse an den handwerklichen Berufen widerspiegelt. Gleichzeitig sieht sich der Sektor weiterhin mit globalen Wirtschaftsdruck und sich wandelnden demografischen Strukturen in der Belegschaft konfrontiert.

In der Region zeigt sich eine wachsende Vielfalt unter den Auszubildenden: Immer mehr Frauen und junge Menschen mit internationalem Hintergrund beginnen eine Lehre, was die traditionelle Zusammensetzung der Belegschaft verändert. Gleichzeitig kämpfen Betriebe weiterhin mit steigenden Materialkosten und unsicheren Planungsbedingungen aufgrund globaler Krisen. Vertreter der Kammer fordern die Politik auf, Entlastungsmaßnahmen einzuführen – etwa durch die Senkung der Stromsteuer oder die Vereinfachung von Baubestimmungen.

Die Kammer selbst ergreift Initiativen, um Nachwuchs zu gewinnen. Programme wie das Freiwillige Handwerksjahr und erweiterte Angebote der Gewerbe Akademie sollen die Berufsorientierung und lebenslanges Lernen fördern. Weitere Projekte wie JET und das Botsafter-Programm für Ausbildungsbotschafter werden beworben, um die Rekrutierung zu stärken. Auf Bundesebene unterstützt das Bundesbildungsministerium mit dem Programm JOBvision kleine und mittlere Unternehmen dabei, offene Stellen durch besseres Ausbildungsmarketing und flexible Berufsbildung zu besetzen. Trotz dieser Bemühungen bleiben einige Probleme bestehen: Zwar halten sich die Insolvenzzahlen stabil, doch die Zahl der Meisterbetriebe geht zurück. Zudem bleibt illegale Beschäftigung ein Dauerbrenner. Umfragen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen, dass die Ausbildungskosten zwar gestiegen sind, Betriebe aber weiterhin langfristigen Nutzen in der Fachkräftesicherung sehen. Die Vollversammlung der Kammer hat ihre Entschlossenheit bekräftigt, diese Herausforderungen direkt anzugehen.

Der starke Anstieg der Ausbildungsverträge deutet auf ein großes Interesse am Handwerk hin, doch der Sektor muss wirtschaftliche Belastungen und Veränderungen in der Belegschaft bewältigen. Mit gezielten Initiativen und Forderungen nach politischer Unterstützung strebt die Kammer an, das Wachstum zu festigen und gleichzeitig anhaltende Probleme zu lösen. Im Fokus steht weiterhin die Sicherung einer stabilen Zukunft für Betriebe und Auszubildende gleichermaßen.