Hagel attackiert Länderfinanzausgleich: "Baden-Württemberg zahlt für Berlins Kita-Gratisangebote"
H.-Dieter ReuterHagel kritisiert finanzielle Gleichstellung: "Geld nur für Reformen" - Hagel attackiert Länderfinanzausgleich: "Baden-Württemberg zahlt für Berlins Kita-Gratisangebote"
Baden-Württemberg hat seit 1952 insgesamt 92 Milliarden Euro an andere Bundesländer gezahlt – allein im vergangenen Jahr waren es 5 Milliarden Euro. Nun, nur 20 Tage vor der Landtagswahl, hat der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel das deutsche Länderfinanzausgleichssystem scharf kritisiert.
Hagel argumentierte, die Steuerzahler Baden-Württembergs dürften nicht die kostenlose Kinderbetreuung in Berlin finanzieren, während Familien im eigenen Land weiterhin Kitagebühren zahlen müssten. Mit einem prägnanten Vergleich veranschaulichte er das Ausmaß der Transferzahlungen: Die 5 Milliarden Euro, die im vergangenen Jahr an andere Regionen flossen, würden reichen, um jedem Einwohner 30 Bier zu je 15 Euro pro Liter zu kaufen.
Teilerhebungen zeigen, dass das Land seit Langem zu den größten Nettozahlern Deutschlands gehört. 2015 zahlte Baden-Württemberg 2,3 Milliarden Euro in den Länderfinanzausgleich ein, während bundesweit rund 18,3 Milliarden Euro umverteilt wurden. Zu den Hauptempfängern zählten damals Berlin (3,6 Milliarden Euro) sowie ostdeutsche Länder wie Sachsen (1 Milliarde Euro). Zudem erhalten Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern weiterhin Bundesergänzungszuweisungen.
Hagel forderte, dass die finanziellen Leistungen Baden-Württembergs mit Reformen und Investitionen einhergehen müssten. Ohne diese drohe dem Land der Niedergang – er zog sogar einen Vergleich zu den Problemen Detroits. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die CDU vor der anstehenden Wahl Veränderungen durchsetzen will.
Die Debatte um den Länderfinanzausgleich hat an Schärfe gewonnen, während sich Baden-Württemberg auf die Landtagswahl vorbereitet. Angesichts der jährlich fließenden Milliarden setzt Hagels Kritik die Frage nach der Gerechtigkeit des Systems auf die Agenda. Das Ergebnis könnte beeinflussen, wie künftige Transferzahlungen gestaltet werden – und ob Reformen auf den Weg gebracht werden.






