14 March 2026, 06:42

Günther Jauch kauft Loriots Seegrundstück am Starnberger See und ehrt ein Kulturerbe

Das J Reicher Hotel in Berlin, ein altes Gebäude mit Fenstern, Treppen mit Geländern und Töpfen mit Pflanzen, mit ein paar Menschen und einem Blick auf den Himmel im Hintergrund.

Günther Jauch kauft Loriots Seegrundstück am Starnberger See und ehrt ein Kulturerbe

Vicco von Bülow, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot, hinterließ mit seinen Sketchen, Filmen und Büchern einen unauslöschlichen Eindruck im deutschen Humor. Als Spross einer Adelsfamilie ließ er sich von seiner aristokratischen Herkunft inspirieren – sogar sein Pseudonym entlehnte er dem Pirol (Loriot auf Französisch), der im Wappen seiner Familie prangte. Jahrzehnte nach dem Höhepunkt seines Schaffens hat nun sein ehemaliges Seegrundstück am Starnberger See einen neuen Besitzer gefunden, der sein Werk tief schätzt.

Loriots Karriere begann in den 1950er-Jahren mit geistreichen Büchern wie Der unentbehrliche Ratgeber für das Benehmen in feiner Gesellschaft und Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick. Seine scharfsinnigen Beobachtungen alltäglicher Absurditäten mündeten später in ikonische Sketche, darunter Die Nibelungen (1976), in dem ein kleiner Unfall im Wohnzimmer in ein totales Chaos eskaliert.

In den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren wandte er sich dem Filmemachen zu. Seine beiden Kinofilme, Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), spielten mit Evelyn Hamann, seiner langjährigen Partnerin seit 1976. In Pappa ante Portas nimmt die Handlung ihren Lauf, nachdem Heinrich Lohse seinen Job im Axel-Springer-Haus in Berlin-Kreuzberg verliert. Die Missgeschicke der Familie gipfeln auf einer Geburtstagsfeier am Ahlbecker Pier, Deutschlands ältester und längster Seebrücke auf der Insel Usedom.

Loriots Verbindung zum Starnberger See ist jüngst wieder in den Fokus gerückt. Sein ehemaliges Domizil dort wurde von Fernsehmoderator Günther Jauch erworben, einem langjährigen Verehrer des Humoristen. Zwar hat Jauch Erfahrung mit der Bewahrung kultureller Stätten – etwa durch seine Unterstützung bei der Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam –, doch bleibt unklar, wie viele von Loriots Sketchen oder Filmen tatsächlich auf dem Anwesen gedreht wurden. Historische Aufzeichnungen liefern keine bestätigten Hinweise auf alternative Drehorte.

Der Verkauf von Loriots Haus am Starnberger See an Günther Jauch unterstreicht das bleibende Erbe eines Mannes, der die deutsche Komödie geprägt hat. Auch wenn die Rolle des Hauses in seinem künstlerischen Prozess ungewiss ist, hat der neue Besitzer deutlich gemacht, wie sehr er den Humor schätzt, der einst seine Wände erfüllte. Das Anwesen reiht sich nun ein in die Liste der kulturellen Stätten, die an einen der beliebtesten Satiriker Deutschlands erinnern.

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