Grüne in Rheinland-Pfalz setzen auf rein weibliches Führungsteam nach Wahlniederlage
H.-Dieter ReuterGrüne in Rheinland-Pfalz setzen auf rein weibliches Führungsteam nach Wahlniederlage
Die Grünen in Rheinland-Pfalz haben nach der Landtagswahl im März ihre Führung neu aufgestellt. Mit 7,9 Prozent der Stimmen zieht die Partei nach 15 Jahren erstmals wieder in die Opposition ein. Ein neu gewähltes, rein weibliches Team soll künftig die Strategie der Fraktion im Mainzer Landtag bestimmen.
Katrin Eder wurde zur Vorsitzenden der Grünen-Landtagsfraktion in Mainz gewählt. Ihre Berufung erfolgt nach dem Ausscheiden der Partei aus der Landesregierung, an der sie seit 2006 beteiligt war. Im Wahlkampf war Eder Kritik ausgesetzt, weil sie sich mit dem „Schwarmkraftwerk“-Projekt geschmückt hatte – einer Initiative, die ursprünglich vom Mainzer FDP-Politiker Volker Hans ins Leben gerufen worden war.
Die Grünen wählten zudem einen neuen Landesvorstand, der erstmals in der Geschichte der Partei ausschließlich aus Frauen besteht. Carolin Cloos aus Worms setzte sich mit 72,28 Prozent der Stimmen als eine der beiden Co-Vorsitzenden durch. An ihrer Seite gewann die 33-jährige Christin Sauer – Sprecherin der Mainzer Grüne Jugend und seit 2019 Stadträtin – mit absoluter Mehrheit.
Paul Bunjes und Natalie Cramme-Hill ziehen als Abgeordnete der Grünen in den Landtag ein. Die Partei hat angekündigt, die neu gebildete Große Koalition mit scharfen inhaltlichen Debatten herauszufordern. Zudem will sie die Bürgerbeteiligung stärken, indem sie stärker auf die Anliegen der Wähler eingeht und direkter reagiert.
Nach dem Wahldebakel bereiten sich die Grünen auf ihre neue Rolle in der Opposition vor. Das rein weibliche Führungsteam will die Stimme der Partei in politischen Diskussionen stärken und den Kontakt zur Bevölkerung wiederherstellen. Der Fokus liegt darauf, die Große Koalition zu kontrollieren und gleichzeitig verlorene Unterstützung zurückzugewinnen.






