Grausamer Fund in Bodelshausen: Rehkitz stirbt nach qualvollem Klebeband-Martyrium
Enrico HerrmannGrausamer Fund in Bodelshausen: Rehkitz stirbt nach qualvollem Klebeband-Martyrium
In Bodelshausen im Landkreis Tübingen wurde ein junges Reh mit grausam zugeklebtem Maul entdeckt. Anwohner fanden das verletzte Tier am 20. Juni 2023 in einem Garten in der Schlehenweg-Siedlung. Trotz Rettungsversuchen starb das Rehkitz später an den Folgen seiner geschwächten Verfassung.
Das Tier war Nachbarn aufgefallen, die seine Notlage bemerkt hatten. Sein Maul war mit Klebeband fest umwickelt worden, sodass es weder richtig fressen noch trinken konnte. Helfer entfernten das Band umgehend und setzten das Reh in der Nähe einer Hecke am Waldrand frei.
Fünf Tage später, am 25. Juni 2023, wurde das Kitz tot in der Nähe der Stelle gefunden, an der es freigelassen worden war. Die Behörden bestätigten, dass sein geschwächter Zustand nach dem Martyrium schließlich zum Tod geführt hatte.
Tierquälerei ist in Deutschland ein schweres Vergehen und wird nach § 17 des Tierschutzgesetzes geahndet. Schuldige müssen mit Geldstrafen oder Haft bis zu drei Jahren rechnen. Die Tierrechtsorganisation PETA hat sich eingeschaltet und bietet eine Belohnung von 2.050 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung des Verantwortlichen führen.
Der Kriminologe Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes weist auf einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen Tierquälerei und Gewaltkriminalität hin. Seine Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass 80 bis 90 Prozent der extrem gewalttätigen Straftäter eine Vorgeschichte von Tiermisshandlungen aufweisen.
Die Ermittlungen zum Tod des Rehkitzes laufen weiterhin, und die Behörden rufen Zeugen auf, sich mit möglichen Hinweisen zu melden. Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit auf das größere Problem der Tierquälerei und deren mögliche Verbindung zu gewalttätigem Verhalten. PETAs Belohnung bleibt für sachdienliche Hinweise, die zu einer Festnahme führen, bestehen.






