Gewalt durch Kinder unter 14 in Baden-Württemberg auf Rekordniveau
H.-Dieter ReuterKindesgewalt: Strobl fragt nach Strafmündigkeit - Gewalt durch Kinder unter 14 in Baden-Württemberg auf Rekordniveau
Gewalt durch Kinder unter 14 in Baden-Württemberg erreicht 20-Jahres-Höchststand
Im vergangenen Jahr wurde in Baden-Württemberg ein trauriger Rekord verzeichnet: Die Zahl der gewalttätigen Straftaten durch Kinder unter 14 Jahren erreichte den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten. Zwar gab es einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, doch die Behörden registrierten so viele mutmaßliche junge Täter wie seit Jahren nicht mehr. Nun wird diskutiert, ob das Mindestalter für die strafrechtliche Verantwortung in Deutschland überprüft werden sollte.
Laut offiziellen Statistiken nehmen gewalttätige Delikte durch Kinder seit zehn Jahren kontinuierlich zu. Allein 2025 wurden 1.243 unter 14-Jährige mit Gewalttaten in Verbindung gebracht. Im Südwesten ist die Zahl der mutmaßlichen kindlichen Straftäter seit 2015 um 57 Prozent gestiegen – wenn auch weniger stark als in Bundesländern wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen.
Auch Schulen bleiben nicht verschont: Im vergangenen Jahr wurden 214 Lehrkräfte und 2.612 Schüler Opfer von Straftaten. Zwar verzeichneten die aktuellen Daten einen Rückgang von 5,3 Prozent bei den mutmaßlichen kindlichen Tätern im Vergleich zu 2024, doch der langfristige Trend zeigt weiterhin nach oben.
Innenminister Thomas Strobl hinterfragt, ob das geltende Rechtssystem noch zeitgemäß ist. Nach deutschem Recht können Kinder unter 14 Jahren nicht strafrechtlich belangt werden. Strobl und Justizministerin Marion Gentges schlagen vor, in einer Studie zu untersuchen, wie sich das moralische Urteilsvermögen und die Selbstkontrolle von Kindern mit dem Alter entwickeln.
Die Zahl der Gewaltdelikte durch Kinder liegt weiterhin über dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Behörden prüfen nun, ob eine Anpassung der Altersgrenze für die Strafmündigkeit Abhilfe schaffen könnte. Eine neue Studie zur kindlichen Entwicklung könnte künftige politische Entscheidungen prägen.






