Generationswechsel oder Erfahrung? Baden-Württembergs spannende Ministerpräsidenten-Wahl 2026
Paula GumprichWas Hagel wegen seines Alters einstecken musste - Generationswechsel oder Erfahrung? Baden-Württembergs spannende Ministerpräsidenten-Wahl 2026
Baden-Württemberg bereitet sich auf eine historische Landtagswahl am 8. März 2026 vor. Nach drei Amtszeiten tritt der langjährige grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann zurück und überlässt das Feld neuen Führungskräften. Im Rennen um die Nachfolge stehen sich nun der CDU-Politiker Manuel Hagel und Cem Özdemir von den Grünen gegenüber, der ehemalige Bundesminister.
Kretschmanns Abschied markiert das Ende einer Ära für die Grünen in Baden-Württemberg. Sein Rückzug hat einen frischen Wettbewerb um das Amt des Ministerpräsidenten ausgelöst, bei dem sich die Partei für Özdemir als Kandidaten entschieden hat. Der in der Bundespolitik bestens bekannte Özdemir wird gegen den CDU-Herausforderer Manuel Hagel antreten.
Hagel, derzeit Landesvorsitzender der CDU und Fraktionschef, strebt an, jüngster Ministerpräsident in der Geschichte des Landes zu werden. Mit 38 Jahren spricht er offen über die Herausforderungen, als junger Politiker wahrgenommen zu werden, und vergleicht seine Erfahrungen mit denen von Frauen in Führungspositionen. Anfangs sei er auf Skepsis gestoßen, erzählt er: Man habe zwar sein Potenzial gelobt, doch oft infrage gestellt, ob sein Alter seine Handlungsfähigkeit einschränke. Der CDU-Kandidat inszeniert seinen Wahlkampf als Kampf gegen Vorurteile und argumentiert, dass Jugend in der Politik genauso eine Hürde sein könne wie das Geschlecht. Sein Anlauf auf die Spitze wird zeigen, ob die Wähler in der traditionell konservativen Region einem jüngeren Führungstypus vertrauen.
Die Wahl 2026 wird entscheiden, ob Baden-Württemberg auf Erfahrung mit Özdemir setzt oder mit Hagel einen Generationswechsel vollzieht. Beide Kandidaten bringen unterschiedliche Profile in den Wahlkampf ein – das Ergebnis wird die politische Ausrichtung des Landes neu prägen. Bereits jetzt stehen Themen wie Alter, Führung und die Zukunft der Region im Mittelpunkt der Debatten.