19 April 2026, 04:18

GDL-Chef Reißen wirft der Deutschen Bahn "Geldwäschemaschine" vor – doch lobt er Pallas Reformen

Alte Ansichtskarte des Bahnhofs Germersheim in Deutschland, die ein Gebäude mit Fenstern, einen Zaun, einen Straßenpfahl, Menschen, Fahrzeuge, Bäume und einen bewölkten Himmel zeigt.

GDL-Chef Reißen wirft der Deutschen Bahn "Geldwäschemaschine" vor – doch lobt er Pallas Reformen

Die Deutsche Bahn (DB) steht wegen ihrer Finanzpraktiken und Führungsentscheidungen massiv in der Kritik. Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), bezeichnete die Unternehmensstruktur als "Geldwäschemaschine" – begründet mit dem undurchsichtigen Geflecht aus Tochtergesellschaften und internen Abrechnungsmechanismen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase umfassender Umstrukturierungsmaßnahmen unter DB-Chefin Evelyn Palla, die unter anderem drastische Kürzungen in der obersten Führungsebene vorsieht.

Reißen warf der Bahn vor, ihre Finanzen gezielt durch die Gründung Hunderter Tochterfirmen zu verschleiern – deren Zahl lag einst bei über 1.000, mittlerweile bei knapp unter 600. Diese Strukturen hätten dazu gedient, Geldströme zu zersplittern und so staatliche Mittel abzusichern, so der Gewerkschafter. Zudem kritisierte er die interne Leistungsverrechnung zwischen den DB-Sparten als ineffizient und intransparent.

Trotz seiner scharfen Kritik an den Finanzmethoden der Bahn unterstützte Reißen die jüngsten Reformen von CEO Evelyn Palla. Er lobte insbesondere ihre Entscheidung, die Größe des Top-Managements zu halbieren, und befürwortete die Entlassung hochrangiger Führungskräfte, darunter Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, sowie Finanzvorständin Karin Dohm. Solche Schritte zeugten aus seiner Sicht von der nötigen Konsequenz in der Unternehmensführung.

Gleichzeitig blieb Reißen verärgert über Dohms ursprüngliche Berufung. Er argumentierte, der Aufsichtsrat habe von Anfang an gewusst, dass sie für die Position nicht qualifiziert sei, und warnte, die Personalie könne weitere Kontroversen nach sich ziehen. Zwar billige er Pallas Umstrukturierung, doch die Vergangenheit der Bahn werfe weiterhin "ernsthafte Fragen" auf.

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Die Vorwürfe des GDL-Chefs unterstreichen die anhaltenden Spannungen um Transparenz und Führungskultur bei der DB. Während Pallas Reformen nun greifen, steht das Unternehmen unter Druck, seine Strukturen zu vereinfachen und frühere Fehler zu vermeiden. Wie sich diese Veränderungen auswirken, wird maßgeblich über die künftige Stabilität und das öffentliche Vertrauen in die Bahn entscheiden.

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