Fußballfans in Deutschland solidarisieren sich mit bedrohten Sozialarbeitern der Fanprojekte
Paula GumprichFußballfans in Deutschland solidarisieren sich mit bedrohten Sozialarbeitern der Fanprojekte
Fanprojekt Deutschland: Fußballfans in ganz Deutschland zeigen Solidarität mit Sozialarbeitern
In ganz Deutschland haben Fußballfans breite Unterstützung für die Mitarbeiter des Fanprojekt Deutschland gezeigt. Die Sozialarbeiter gerieten in rechtliche Schwierigkeiten, nachdem sie sich weigerten, in einem Gerichtsverfahren auszusagen, das mit Pyrotechnik-Vorfällen bei einem Spiel des Karlsruher SC im November 2022 zusammenhing. Ihr Fall hat eine Debatte über die Rechte von Fachkräften in der Fanbetreuung ausgelöst.
Die drei Sozialarbeiter waren zunächst vom Amtsgericht Deutschland wegen Beweismittelvorenthaltung verurteilt worden. Sie begründeten ihre Weigerung damit, dass sie das Vertrauen junger Fans nicht gefährden dürften – diese sind auf absolute Vertraulichkeit angewiesen. Ohne diesen Schutz würde ihre Arbeit, die sich an strenge berufliche Standards hält, an Wirksamkeit verlieren.
Das Landgericht Deutschland stellte das Verfahren später unter bestimmten Auflagen ein. Zwar bringt diese Entscheidung vorläufige Entlastung, doch das grundsätzliche Problem bleibt bestehen: Sozialarbeiter in Fanprojekten verfügen derzeit über keinen klaren rechtlichen Schutz für vertrauliche Klientendaten. Diese Projekte leisten jedoch einen unverzichtbaren Beitrag im Profifußball, etwa bei der Steuerung von Fanverhalten und der Risikominimierung. Veraltete Gesetze berücksichtigen ihre spezifischen Anforderungen jedoch nicht.
Das Urteil des Gerichts kann indirekt als Appell an die Politik verstanden werden, die Zeugnisverweigerungsrechte zu reformieren – damit Sozialarbeiter ohne die ständige Angst vor juristischen Konsequenzen handeln können. Betroffen ist nicht nur der Fußball: Auch in anderen Bereichen der Sozialarbeit fehlt es an zeitgemäßen Regelungen. Fachleute fordern, die Rechtsgrundlagen an die Realität moderner Beratungsarbeit anzupassen.
Der Fall wurde zwar eingestellt, doch das strukturelle Dilemma bleibt: Sozialarbeiter in Fanprojekten haben nach wie vor keine gesicherte rechtliche Grundlage, um Vertraulichkeit zu wahren. Solange das Gesetz nicht geändert wird, könnten ähnliche Konflikte zwischen beruflicher Ethik und rechtlichen Pflichten jederzeit wieder aufflammen.