Frühling in Baden-Württemberg: Warum jetzt Rücksicht auf Wildtier-Nachwuchs lebenswichtig ist
Harry GirschnerFrühling in Baden-Württemberg: Warum jetzt Rücksicht auf Wildtier-Nachwuchs lebenswichtig ist
Frühling leitet Brut- und Setzzeit in Baden-Württemberg ein
Mit dem Frühling beginnt in Baden-Württemberg die Brut- und Setzzeit der Wildtiere. Zwischen Februar und Juni brauchen Jungtiere wie Kitze, Feldhasen und Wildschweinfrischlinge ungestörte Lebensräume, um zu überleben. Selbst gut gemeinte Störungen durch Menschen oder Hunde können ihr Leben gefährden.
Das Forstamt des Bodenseekreises hat nun Leitlinien veröffentlicht, um den schutzbedürftigen Nachwuchs in dieser kritischen Phase zu bewahren. Anwohner und Besucher werden aufgefordert, einfache Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Schäden zu vermeiden.
Rund zwölf Wildtierarten sind in diesem Frühling besonders durch Störungen gefährdet. Dazu zählen Kitze von Rehen, Fuchsjunge, Damwild, Mufflons und Wildschweinfrischlinge sowie die Küken von Greifvögeln, Eulen, Fasanen, Auerhühnern, Birkhühnern und Rebhühnern. Viele dieser Tiere verlassen sich auf Tarnung statt auf Flucht – was den Eindruck erwecken kann, sie seien verlassen.
Die Mütter halten sich oft versteckt in der Nähe auf, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Doch wenn Menschen oder freilaufende Hunde zu nahe kommen, kann der Stress die Jungtiere zur Flucht zwingen – mit der Folge, dass sie von ihren Müttern getrennt werden oder sich schwer verletzen. Selbst kurze Begegnungen können lebensbedrohliche Konsequenzen haben.
Um Risiken zu minimieren, rät das Landratsamt Bodenseekreis, stets auf markierten Wegen zu bleiben. Hundehalter müssen ihre Tiere anleinen, besonders in Wäldern und Grasflächen, wo sich Jungtiere verstecken könnten. Wer auf ein Jungtier stößt, sollte Abstand halten, ruhig bleiben und sich langsam zurückziehen – ohne es anzufassen oder mitzunehmen.
Die Behörde bedankt sich im Voraus bei allen Anwohnern und Besuchern für ihre Mitarbeit. Schon kleine Verhaltensänderungen, so das Amt, könnten den Unterschied für das Überleben der schutzbedürftigen Jungtiere in diesen entscheidenden ersten Lebenswochen ausmachen.
Die Brut- und Setzzeit bringt in der gesamten Region erhöhte Risiken für Wildtiernachwuchs mit sich. Wer die Hinweise befolgt – Hunde anleint, auf Wegen bleibt und Kontakt vermeidet –, hilft mit, dass die Tiere ungestört bleiben. Das Landratsamt Bodenseekreis beobachtet die Lage weiter und mahnt bis Juni zur fortgesetzten Vorsicht.






