11 February 2026, 12:48

Freie Wähler wachsen in Baden-Württemberg – doch der Landtag bleibt fern

Ein altes, detailliertes Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, das Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke und Text, der die Stadtinformationen bereitstellt.

Freie Wähler wachsen in Baden-Württemberg – doch der Landtag bleibt fern

Die Freien Wähler sind in Baden-Württemberg zu einer beachtlichen politischen Kraft auf kommunaler Ebene geworden. Die 2010 von unabhängigen Wählergruppen gegründete Partei ging sowohl bei den Wahlen 2019 als auch 2024 als stärkste Kraft in den Gemeinderäten hervor. Trotz dieses Erfolgs konnte sie bisher keinen Einzug in den Landtag erreichen, bleibt aber in Nachbarregionen und im Europäischen Parlament aktiv.

Die Freien Wähler positionieren sich seit ihrer Gründung 2010 im konservativ-bürgerlichen Spektrum. Unter der Führung der Landesvorsitzenden Sylvia Rolke setzt sich die Partei für die Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung, Bürokratieabbau sowie die Förderung von Kleinbetrieben, Handwerk und Selbstständigen ein. Ihr Programm fordert zudem eine Ausweitung der direkten Demokratie und vereinfachte Planungsverfahren zum Nutzen der Gemeinden.

Bei der Landtagswahl 2021 verfehlten die Freien Wähler mit 3,0 Prozent der Stimmen knapp den Einzug in den Landtag. Dies steht im Kontrast zu ihrer Präsenz in Bayern und Hessen, wo die Partei in den Landesparlamenten vertreten ist, sowie im Europäischen Parlament. Mit rund 460 Mitgliedern bleibt die Partei im Vergleich zu größeren politischen Gruppierungen eher klein.

Blickend auf die Landtagswahl 2026 streben die Freien Wähler nach mehr Einfluss über die Kommunalpolitik hinaus. Ihr Wahlkampf konzentriert sich auf bürgernahe Themen, wobei eine Ausweitung auf Bundes- und Europawahlen geplant ist. Allerdings gibt es weiterhin Spannungen mit lokalen freien Wählergruppen, von denen sich viele von der landesweiten Parteiorganisation distanzieren.

Die Freien Wähler haben in Baden-Württembergs Kommunalwahlen kontinuierlich an Zustimmung gewonnen, sind im Landtag aber weiterhin nicht vertreten. Ihr Fokus auf direkte Demokratie, Mittelstandsförderung und Bürokratieabbau wird ihren Wahlkampf 2026 prägen. Ob diese Strategie zu einem breiteren Wahlerfolg führt, bleibt abzuwarten.