10 January 2026, 16:36

Freiburgs neues Energiezentrum nutzt Industrieabwärme für klimaneutrale Fernwärme

Ein Geschäft mit Fahrrädern, einem Pfahl und einem Feuerlöscher davor.

Freiburgs neues Energiezentrum nutzt Industrieabwärme für klimaneutrale Fernwärme

Ein neues Energiezentrum entsteht im Freiburger Gewerbegebiet Nord

Im Freiburger Gewerbegebiet Nord nimmt ein großes neues Energieprojekt Gestalt an. Die Anlage wird Abwärme aus nahegelegenen Industrieprozessen von Cerdia und Rhodia/Acetow auffangen und in das städtische Fernwärmenetz einspeisen. Nach der Inbetriebnahme soll sie mehrere Stadtteile wie Landwasser, Lehen, Betzenhausen, Mooswald, dem Gewerbegebiet Nord und dem neuen Stadtteil Dietenbach mit nachhaltiger Wärme versorgen.

Kern des Vorhabens ist die Nutzung von Abwärme aus dem Produktionswerk von Cerdia. Bereits installiert wurden zwei Großwärmepumpen mit je 15 Megawatt Leistung sowie sechs Wärmespeicher, die jeweils 200 Kubikmeter fassen.

In der ersten Ausbaustufe wird das Zentrum jährlich bis zu 60 Gigawattstunden klimafreundliche Wärme liefern – genug, um die Bedürfnisse der genannten Stadtteile und des Gewerbegebiets Nord zu decken. Mindestens 85 Prozent der Wärme sollen aus erneuerbaren Quellen und Abwärme stammen.

Durch die Wiederverwertung von Industrieabwärme, die sonst ungenutzt bliebe, spart die Anlage jährlich rund 23.600 Tonnen CO₂ ein. Das Projekt unterstützt Freiburgs Ziel, bis 2035 eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen.

Die Einspeisung der Wärme in das Fernwärmenetz soll bis Ende 2025 beginnen. Die Inbetriebnahme markiert einen wichtigen Schritt in der Region hin zu einer nachhaltigen Energiezukunft. Gleichzeitig stärkt das System die langfristige Wärmeversorgungssicherheit Freiburgs und verringert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.