17 April 2026, 04:17

Flugtaxis mit Elektroantrieb: Traum oder teure Nische für Reiche?

Eine belebte Stadtstraße mit Autos, Bussen, Lastwagen, Strommasten, Gebäuden mit Schildern, Bäumen, Pflanzen, einem Turm im Hintergrund und einem bewölkten Himmel.

Flugtaxis mit Elektroantrieb: Traum oder teure Nische für Reiche?

Flugtaxis mit Elektroantrieb könnten bald Realität werden – doch ihr Einfluss auf Verkehr und Umwelt bleibt begrenzt. Eine neue Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) deutet darauf hin, dass diese Hightech-Fahrzeuge nur eine geringe Rolle bei der Reduzierung von Emissionen spielen werden. Trotz ehrgeiziger Pläne sorgen hohe Kosten und der immense Energiebedarf dafür, dass sie für die meisten Menschen auf absehbare Zeit kein Ersatz für herkömmliche Verkehrsmittel sein werden.

Volocopter und Lilium liefern sich ein Wettrennen um die Markteinführung von Flugtaxis, doch keines der beiden Unternehmen hat bisher eine Zulassung für Passagierflüge von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) erhalten. Beide kämpfen zudem mit finanziellen Schwierigkeiten, was Zweifel an ihrem kurzfristigen Erfolg aufkommen lässt. Unterdessen wird Volocopters CEO Dirk Hoke im Februar 2023 zurücktreten; sein Nachfolger wird der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Das Unternehmen hält dennoch an seinem Plan fest, die elektrischen Taxis bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris vorzustellen – als Schritt in Richtung einer umweltfreundlicheren Luftfahrt. Ein voller kommerzieller Start ist für 2025 vorgesehen, doch die Preise werden hoch ausfallen: etwa fünf Euro pro Kilometer. Das entspricht in etwa dem 2,5-fachen eines herkömmlichen Taxis und ist 15-mal teurer als eine Autofahrt.

Die ZEW-Studie benennt ein weiteres Hindernis: den Energieverbrauch. Zwar stoßen Flugtaxis weniger CO₂ aus als Benzinautos, doch ihr Energiebedarf liegt deutlich über dem von Elektrofahrzeugen. Ihr Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs fällt daher eher gering aus. Die Forscher betonen, dass Städte die Vorteile der städtischen Luftmobilität (Urban Air Mobility, UAM) sorgfältig gegen die hohen Kosten und bescheidenen ökologischen Gewinne abwägen müssen.

Selbst bei Erfolg dürften Flugtaxis zunächst ein Nischenangebot für wohlhabende Kunden bleiben. Ihre Rolle in größeren Verkehrssystemen hängt davon ab, ob Kommunen genug Nutzen sehen, um die Investitionen zu rechtfertigen.

Flugtaxis mögen eine futuristische Reiseoption bieten – doch ihre hohen Betriebskosten und der Energiehunger schränken ihre Attraktivität ein. Da die Zulassung noch aussteht und die Preise weit über denen bodengestützter Verkehrsmittel liegen, wird es vorerst keine Massenlösung geben. Vorerst könnte ihr größter Einfluss darin liegen, ein Premiumservice zu bleiben – statt eine breite Verkehrswende einzuleiten.

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