Fertige Agrivoltaik-Anlage in Brandenburg bleibt wegen EU-Streit offline
H.-Dieter ReuterFertige Agrivoltaik-Anlage in Brandenburg bleibt wegen EU-Streit offline
Agrivoltaik-Anlage von Energeno in Südbrandenburg bleibt trotz Fertigstellung offline
Die Agrivoltaik-Anlage des Unternehmens Energeno im Süden Brandenburgs ist zwar vollständig gebaut, kann aber noch nicht in Betrieb gehen. Der Grund für die Verzögerung ist die ausstehende Zustimmung der Europäischen Kommission zu einem höheren Einspeisevergütungssatz im Rahmen des deutschen Solarpakets 1. Ohne dieses grüne Licht hat das Unternehmen den für Ende 2024 geplanten Start der Anlage verschoben.
Die Anlage mit einer Leistung von knapp einem Megawatt sollte allein in der ersten Jahreshälfte rund 465.000 Kilowattstunden Strom ins Netz einspeisen. Bei einer vorgeschlagenen Erhöhung der Vergütung für Agrivoltaik-Systeme um 2,5 Cent hätte das Unternehmen in diesem Zeitraum fast 45.000 Euro zusätzlich einnehmen können. Doch die Europäische Kommission hat sowohl diese Anpassung als auch eine separate Erhöhung für gewerbliche Dach-Solaranlagen noch nicht genehmigt.
Energeno hat sich entschieden, die Inbetriebnahme so lange auszusetzen, bis Klarheit darüber besteht, ob die Tariferhöhung rückwirkend gilt. Lukas Bühler, Vorstandsmitglied des Unternehmens, argumentiert, dass der derzeitige Technologiebonus solche Projekte wirtschaftlich nicht tragfähig mache. Unterdessen verweist die Europäische Kommission auf das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz als Verantwortlichen für die Verzögerung.
Wie viele weitere Agrivoltaik-Projekte in Deutschland aufgrund desselben Genehmigungsstaus mit ähnlichen Netzanschlussverzögerungen kämpfen, ist nicht offiziell bekannt.
Die Zukunft der Anlage hängt nun von der Entscheidung der Europäischen Kommission ab. Bei einer Genehmigung würde die höhere Vergütung die Einnahmen steigern und den Betrieb ermöglichen. Bis dahin bleibt die fertige Anlage ungenutzt – ohne Strom ins Netz zu speisen oder Erträge zu erwirtschaften.






