FDP sucht mit Christian Dürr und radikalen Ideen einen **neuen** Aufbruch
Paula GumprichFDP sucht mit Christian Dürr und radikalen Ideen einen **neuen** Aufbruch
Die diesjährige Dreikönigsveranstaltung der politischen Partei Freie Demokratische Partei (FDP) fühlte sich spürbar anders an. Die sonst übliche starke Polizeipräsenz, Proteste und Berliner Abgeordnete fehlten – der Saal blieb halb leer. Zum ersten Mal betrat FDP-Chef Christian Dürr die Bühne, platziert in der achten Reihe, um Nähe zu den Basismitgliedern der neuen Partei zu signalisieren.
Die Veranstaltung fand zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt. Mit der anstehenden Landtagswahl in Baden-Baden im März hat der nationale Einfluss der FDP nachgelassen, was die Partei zwingt, ihre Zukunft neu zu definieren.
In seiner Rede kritisierte Dürr den Staat als träge, trotz voller Staatskassen. Ungelöstes wie die Eisbachwelle in München führte er als Beispiel für Ineffizienz an. Seine zentrale Frage – ob die FDP den Mut habe, Deutschland neu zu denken – forderte die Wähler auf, der Partei mit Entschlossenheit zu folgen.
Auf der Bühne inszenierten Wolfgang Kubicki und Marie-Agnes Strack-Zimmermann eine humorvolle Szene, um Einheit unter dem liberalen Banner zu demonstrieren. Doch hinter den Kulissen brodelt Unzufriedenheit. Einige Mitglieder fordern einen kompletten Führungswechsel, andere plädieren für eine Mischung aus Erfahrung und frischem Elan.
Die FDP setzt nun verstärkt auf ihr Kernthema Freiheit. Eine radikale Idee in der Diskussion: Alle seit dem Jahr 2000 beschlossenen Gesetze würden am Ende der Legislaturperiode auslaufen. Doch dieser Vorschlag findet bisher kaum prominente Fürsprecher in den nationalen Reihen der Partei.
In Bayern hat die FDP bereits Veränderungen eingeleitet. Im November 2025 wurde Karl Schenk Graf von Stauffenberg zum neuen FDP-Landesgeschäftsführer ernannt. Seine Berufung spiegelt den breiteren Versuch wider, das Profil der Partei in einem entscheidenden Jahr neu zu prägen.
Die Dreikönigsveranstaltung unterstrich den Kampf der FDP um neue Relevanz. Dürrs Platz in der achten Reihe symbolisierte den aktuellen Stand der Partei, während ihre kühnen Vorschläge den Willen zeigen, mit Traditionen zu brechen. Die kommenden Monate – insbesondere die Wahl in Baden-Württemberg – werden entscheiden, ob dieser neue Anfang gelingt oder scheitert.