FDP-Chef Dürr will Tausende Gesetze seit 2000 einfach streichen – doch wer setzt das um?
Enrico HerrmannRadikaler FDP-Vorschlag: Alte Gesetze verfallen lassen - FDP-Chef Dürr will Tausende Gesetze seit 2000 einfach streichen – doch wer setzt das um?
Der Vorsitzende der Freien Demokratischen Partei (FDP), Christian Dürr, hat einen radikalen Plan vorgelegt: Alle seit dem Jahr 2000 eingeführten politischen Gesetze sollen abgeschafft werden. Dürr schlägt vor, dass sämtliche Regelungen der vergangenen 24 Jahre bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode auslaufen. Damit würde eine künftige Regierung gezwungen, nur die ihrer Meinung nach unverzichtbaren Vorschriften zu überprüfen und neu zu beschließen.
Laut Dürrs Vorschlag hätte eine neu gewählte Bundesregierung vier Jahre Zeit, um zu entscheiden, welche Gesetze beibehalten werden. Alle Regelungen, die bis zum Ende der Amtszeit nicht wieder in Kraft gesetzt werden, würden automatisch verfallen. Er präsentierte die Idee als Mittel, um überflüssige Bürokratie abzubauen und die Staatsführung effizienter zu gestalten.
Der FDP-Chef kritisierte zudem die von ihm sogenannte „Null-Risiko-Mentalität“ Deutschlands. Dürr zufolge habe diese Haltung zu einer Flut von Vorschriften geführt, die Fortschritt behindern. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die FDP keine Bundesminister stellt und bei der Bundestagswahl im Februar 2025 den Wiedereinzug verpasste. Bisher wurde kein konkretes FDP-Mitglied benannt, das die geplante Rechtsreform leiten soll. Da die Partei derzeit keine Regierungsverantwortung trägt, bleibt unklar, wie der Plan umgesetzt werden könnte – selbst wenn er angenommen würde.
Dürrs Vorstoß würde eine künftige Regierung vor die Aufgabe stellen, innerhalb einer knappen Frist Hunderte von Gesetzen neu zu bewerten. Der Vorschlag unterstreicht den deregulierenden Kurs der FDP, doch ihre politische Gestaltungsmacht ist nach den jüngsten Wahlniederlagen begrenzt. Ohne parlamentarische Vertretung fehlen der Partei direkte Wege, um den Plan voranzutreiben.