ERP-Systeme: Wenn Software den täglichen Arbeitsalltag bestimmt
Harry GirschnerERP-Systeme: Wenn Software den täglichen Arbeitsalltag bestimmt
ERP-Systeme: Wenn die Software den Arbeitsalltag bestimmt
Teaser: ERP-Software plant Schichten, überwacht jeden Arbeitsschritt und verhindert den Abbau von Überstunden – die Digitalisierung verändert Fabriken radikal.
26. November 2025
Fabriken und Büros wandeln sich rasant, da künstliche Intelligenz und digitale Systeme immer mehr Aufgaben übernehmen. Von der Produktionsstraße bis hin zu Verwaltungsjobs prägt die Automatisierung die Arbeitsweise von Unternehmen. Während Großkonzerne diese Technologien nutzen, haben kleinere Betriebe oft Schwierigkeiten, mitzuhalten.
KI übernimmt zunehmend Tätigkeiten, die früher von Menschen erledigt wurden. In der Fertigung erkennen KI-gestützte Kameras Produktfehler präziser als das menschliche Auge. BMW setzt solche Systeme bereits für Qualitätskontrollen, Wartung und Produktionsplanung ein. In Büros wiederum reduziert KI-generierter Programmcode den Bedarf an Junior-Entwicklern – Microsoft berichtet, dass in einigen Projekten mittlerweile fast 30 Prozent des Codes von Maschinen stammen.
Unternehmen nutzen zudem Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP), um Arbeitsabläufe zu steuern und den Personalbedarf vorherzusagen. Diese Tools analysieren historische Daten, um den Arbeitskräftebedarf zu prognostizieren – mitunter führen sie zu längeren Schichten oder dauerhafter Rufbereitschaft. Sprachgesteuerte „Pick-by-Voice“-Systeme verfolgen in Lagern jede Bewegung der Mitarbeiter, steigern die Effizienz, aber auch die Überwachung. Doch nicht alle profitieren gleichermaßen: Eine Umfrage zeigt, dass 61 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten haben, aus ihren Daten nutzbare Erkenntnisse zu gewinnen. Kleine und mittlere Betriebe kämpfen mit fehlendem KI-Know-how, unflexiblen Strukturen und kaum bezahlbaren Einstiegslösungen. Während Großkonzerne auf vollautomatisierte „Smart Factories“* setzen, die Echtzeit-Entscheidungen treffen, hinken viele kleinere Unternehmen mit veralteten Prozessen hinterher.
Die Veränderungen betreffen auch die Arbeitszeiten. Zwar werden keine großen deutschen Konzerne namentlich genannt, die ERP-gestützte Arbeitszeitkonten nutzen – doch Berichte belegen eine verbreitete Praxis in verschiedenen Branchen. In Nordrhein-Westfalen wurden bei der Polizei sogar Überstunden aus den Aufzeichnungen gestrichen; bundesweit sollen rund 500 Millionen unbezahlte Stunden erfasst sein.
KI und Automatisierung verändern die Industrie – von der Produktionshalle bis zum Verwaltungsbüro. Großunternehmen wie BMW zeigen die Richtung vor, während kleinere Betriebe aufgrund fehlender Ressourcen zurückbleiben. Während Systeme wie ERP und KI-gestützte Überwachung zum Standard werden, entwickeln sich Arbeitsmuster und Anforderungsprofile weiter – oft ohne klare Kontrolle oder Regulierung.