28 March 2026, 16:17

Epstein-Barr-Virus: Wie infizierte Zellen Krebs und Multiple Sklerose auslösen können

Plakat, das die Verfügbarkeit von sicheren, aktualisierten Impfungen für alle drei wichtigsten Grippe- und Winterviren ankündigt.

Epstein-Barr-Virus: Wie infizierte Zellen Krebs und Multiple Sklerose auslösen können

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) ist weit verbreitet – über 95 % der über 50-jährigen Erwachsenen in Deutschland tragen die Infektion in sich. Zwar verlaufen die meisten Fälle harmlos, doch das Virus steht mittlerweile in Verbindung mit mindestens fünf Krebsarten sowie Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose. Neue Forschungsergebnisse zeigen nun, wie sich infizierte Zellen im Körper ausbreiten – und wie dieser Prozess möglicherweise gestoppt werden könnte.

EBV befällt B-Zellen, eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, und verleiht ihnen Eigenschaften, die es ihnen ermöglichen, durch den Körper zu wandern. Diese sogenannten "homenden Zellen" können sogar ins Gehirn eindringen, wo sie möglicherweise an der Entstehung von Autoimmunschäden – etwa bei Multipler Sklerose – beteiligt sind. Zwei virale Proteine, EBNA2 und LMP1, verstärken entzündungsfördernde Signale und helfen den infizierten Zellen so, zu überleben und sich auszubreiten.

Forschende haben in Tierversuchen einen Weg entdeckt, diese Wanderung zu blockieren. Durch die Unterbrechung des Prozesses verringerten sie das Überleben und die Bewegung der mit EBV infizierten B-Zellen. Die Ergebnisse deuten auf einen möglichen Ansatz hin, um die schädlichen Auswirkungen des Virus einzudämmen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Zwar verlaufen die meisten EBV-Infektionen ohne schwere Folgen, doch in einem kleinen Prozentsatz der Fälle führen sie zu Krebserkrankungen. Das Virus steht in direktem Zusammenhang mit Morbus Hodgkin, dem Burkitt-Lymphom, dem Nasopharynxkarzinom sowie einigen Magenkrebsarten. Am häufigsten sind dabei Morbus Hodgkin und das Nasopharynxkarzinom.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das größte biomedizinische Forschungsinstitut des Landes, untersucht diese Zusammenhänge weiter. Mit über 3.000 Mitarbeitenden und Kooperationen mit führenden Kliniken konzentriert sich das DKFZ darauf, Forschungsergebnisse in bessere Behandlungsmethoden umzusetzen. Die Einrichtung wird zu 90 % vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert, die restlichen 10 % stammen vom Land Baden-Württemberg.

Die Entdeckung, wie sich EBV-infizierte B-Zellen ausbreiten, bietet einen potenziellen Angriffspunkt für zukünftige Therapien. Die Blockade ihrer Wanderung könnte das Risiko für sowohl Krebs als auch Autoimmunerkrankungen verringern. Die laufenden Arbeiten des DKFZ zielen darauf ab, diese Erkenntnisse in praktische Lösungen für Patientinnen und Patienten zu überführen.

Quelle