Elektrifizierung bedroht deutsche Autohäuser mit massiven Umsatzeinbrüchen
Paula GumprichElektrifizierung bedroht deutsche Autohäuser mit massiven Umsatzeinbrüchen
Deutscher Autohandel steht vor tiefgreifendem Umbruch durch Elektrifizierung
Die deutsche Autohändlerbranche steht vor massiven Umwälzungen, da die Elektrifizierung die gesamte Industrie verändert. Burkhard Weller, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), warnt vor drastischen Rückgängen bei Serviceumsätzen und der Zahl der Autohäuser – sofern nicht schnell gehandelt wird. Seine Äußerungen machte er in einer aktuellen Folge des AUTOHAUS-Podcasts, wo er zugleich klarere staatliche Unterstützung für Elektrofahrzeuge (E-Autos) forderte.
Weller, selbst Inhaber eines Autohauses, drängt auf sofortige Änderungen bei den Fördergeldern für E-Autos. Die neuen Anreize sollten seiner Meinung nach rückwirkend ab dem 1. Januar gelten und auch junge Gebrauchtwagen umfassen. Seiner Erfahrung nach reagieren Politiker eher, wenn Unternehmer direkt das Wort ergreifen – statt über Vermittler.
Ziel des ZDK ist es, der Branche eine stärkere, eigenständige politische Stimme zu verleihen. Weller ist überzeugt, dass dies Entscheidungen beschleunigen und überflüssige Bürokratie bei der Umsetzung von Förderprogrammen abbauen könnte. Doch die Herausforderungen gehen über die Finanzierung hinaus.
Der Wandel hin zur E-Mobilität trifft den Kundendienstbereich besonders hart. Durch weniger bewegliche Teile und geringeren Verschleiß sinkt die Nachfrage nach klassischen Reparaturen und Ersatzteilen. Weller schätzt, dass die Serviceumsätze um bis zu 50 Prozent einbrechen könnten, wenn die Elektrifizierung im aktuellen Tempo voranschreitet. Viele Autohäuser müssten ihr Geschäftsmodell dann grundlegend neu ausrichten.
Zudem prognostiziert er einen deutlichen Rückgang der Standorte und unabhängigen Inhaber. Innerhalb weniger Jahre könnte die Branche auf weniger als 12.000 Betriebe und unter 3.000 Eigentümer schrumpfen – ein deutlicher Rückgang gegenüber den heutigen Zahlen.
Der ZDK-Präsident betont, dass sich die Händler schnell anpassen müssen. Wer die Modernisierung verschläft, riskiert, im Strukturwandel der Branche abgehängt zu werden.
Wellers Warnungen unterstreichen den Druck auf die Autohäuser, ihre Abläufe grundlegend zu reformieren. Ohne gezielte Fördermaßnahmen und eine strategische Neuausrichtung könnten viele den Übergang zur E-Mobilität nicht überstehen. Ob der Branche die Wende gelingt, könnte maßgeblich davon abhängen, wie erfolgreich der ZDK eine stärkere politische Lobby durchsetzt.






