24 December 2025, 17:03

Durchbruch: Forscher messen minimale elektrische Verluste in Diamant mit Rekordpräzision

Ein Tisch mit Monitoren, die Daten von elektrischen Geräten anzeigen.

Durchbruch: Forscher messen minimale elektrische Verluste in Diamant mit Rekordpräzision

Wissenschaftler haben einen bedeutenden Durchbruch bei der Messung extrem geringer dielektrischer Verluste in Diamant erzielt – einem Schlüsselmaterial für Hochleistungstechnologien und die Kernfusion. Ein Forschungsteam nutzte hochsensible Methoden, um Einkristall-Diamantproben bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt zu untersuchen.

Ihre Ergebnisse zeigen, wie Stickstoffverunreinigungen die elektrische Leistung beeinflussen, und ebnen den Weg für bessere Quantenbauelemente und Energiesysteme.

Die Forschungsgruppe, Teil des SOMACROSS-Verbunds (FOR 5211), entwickelte eine Methode, um dielektrische Verluste in Diamant mit bisher unerreichter Präzision zu messen. Mithilfe supraleitender Mikroresonatoren analysierten sie sowohl polykristalline als auch einkristalline Proben bei Temperaturen unter einem Kelvin. Dieser Ansatz ermöglichte es, selbst kleinste elektrische Verluste durch Materialdefekte nachzuweisen.

Eine Probe mit dem Namen J-Clone stach besonders hervor: Sie wies die niedrigsten je gemessenen Verluste auf – etwa 7,31×10⁻⁶ für tanδ₀ TLS. Zudem entdeckte das Team einen klaren Zusammenhang zwischen Stickstoffgehalt und höheren dielektrischen Verlusten. Stickstoff-Fehlstellen-Zentren (NV-Zentren), die in Diamant häufig vorkommen, wurden als ein Hauptfaktor identifiziert, der die Effizienz von Quantenbauelementen begrenzt.

Fortschrittliche Züchtungs- und Bonding-Techniken kamen zum Einsatz, um hochwertige, verlustarme Diamantsubstrate herzustellen. Diese Verbesserungen könnten Technologien von Quanten-Sensoren bis hin zu Fusionsreaktoren voranbringen, wo minimale elektrische Verluste entscheidend für die Leistung sind.

Die Studie bietet eine präzise Methode zur Abschätzung dielektrischer Verluste in Diamant und löst damit eine langjährige Herausforderung in der Materialwissenschaft. Da der Stickstoffgehalt nun als entscheidender Faktor erkannt wurde, können Hersteller ihre Produktionsverfahren verfeinern, um Defekte zu reduzieren. Die Forschung unterstützt die Entwicklung effizienterer Quanten-Sensoren und Hochleistungsanwendungen in der Zukunft.