Deutschlands digitales Zugfunknetz GSM-R kämpft mit massiven Störungen und Sicherheitsrisiken
H.-Dieter ReuterDeutschlands digitales Zugfunknetz GSM-R kämpft mit massiven Störungen und Sicherheitsrisiken
Die Bundesregierung hat eingeräumt, dass das digitale Zugfunknetz Deutschlands, GSM-R, mit schweren Zuverlässigkeitsproblemen kämpft. Störungen bei Notrufen auf mindestens 250 Streckenabschnitten haben Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Kommunikation geweckt.
Einflussnahmen durch öffentliche Mobilfunknetze haben die Notruf-Funktion auf zahlreichen Strecken beeinträchtigt. Dadurch können Züge in über 1.000 von der Deutschen Bahn erfassten Funklöchern nicht schnell erreicht werden. Diese Lücken bergen Risiken bei Notfällen oder Gefahrenlagen an der Strecke.
Das Problem beschränkt sich nicht auf Deutschland. Mehrere europäische Länder melden ähnliche Störungen beim digitalen Zugfunk, verursacht durch öffentliche Mobilfunkanbieter. Als Reaktion arbeiten die Europäische Kommission und die Agentur der Europäischen Union für Eisenbahnen (ERA) an Lösungen. Ihr Ziel ist es, die Störsicherheit durch überarbeitete technische Standards und modernisierte Ausrüstung zu verbessern.
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bezeichnete GSM-R als eine „Rückfallebene“ mit unterstützender Funktion. Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Linken, widerspricht jedoch. Sie hält es für absurd, sich auf ein System zu verlassen, das nicht zuverlässig funktioniert. Trotz dieser Kritik hält die Regierung die bestehende Infrastruktur der Deutschen Bahn weiterhin für ausreichend. Das primäre Sicherheitssystem im Bahnbetrieb bleibe die streckenseitige Signaltechnik.
Es laufen Bemühungen, das GSM-R-System widerstandsfähiger gegen Störungen zu machen. Überarbeitete technische Vorgaben und bessere Ausrüstung sollen die Zuverlässigkeit erhöhen. Bis dahin bleiben die bestehenden streckenseitigen Signale die wichtigste Sicherheitsvorkehrung für den Schienenverkehr.
