07 February 2026, 06:41

Christian Streich erhält Memminger Freiheitspreis für sein Lebenswerk gegen Diskriminierung

Ein Fußballspiel in einem Stadion mit einer großen Zuschauermenge, grünem Rasen, einem Torpfosten links, Bannern auf dem Boden und Menschen mit Fahnen, mit Geländern, Tafeln und Lichtern im Hintergrund.

Christian Streich erhält Memminger Freiheitspreis für sein Lebenswerk gegen Diskriminierung

Christian Streich, der langjährige Trainer des SC Freiburg, erhält Memminger Freiheitspreis

Der 58-jährige Christian Streich, seit Jahrzehnten eine prägende Figur beim SC Freiburg, ist am Freitag mit dem Memminger Freiheitspreis ausgezeichnet worden. Die mit 15.000 Euro dotierte Ehrung würdigt sein jahrzehntelanges Engagement gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung in all ihren Formen. Gleichzeitig bildet die Verleihung den Abschluss des Jubiläumsjahres zum 500-jährigen Bestehen der Zwölf Artikel – eines Schlüsseldokuments im Kampf für Rechte und Gerechtigkeit.

Streich, 1965 in Weil am Rhein geboren, ist seit fast 30 Jahren mit dem SC Freiburg verbunden – zunächst als Spieler, später als Trainer. Mit seinem Rückzug aus dem aktiven Fußball im Sommer 2024 endet eine Ära für den Verein. Für ihn war der Sport nie bloßer Punktesammeln, sondern stets eine Plattform für Werte wie Respekt, Prinzipientreue und menschliche Solidarität.

Der Memminger Freiheitspreis, der seit 2005 in unregelmäßigen Abständen verliehen wird, ehrt Persönlichkeiten, die sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzen. Streichs unmissverständliche Haltung gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit – ob Antisemitismus, Rassismus, Homophobie oder Sexismus – hat ihn weit über den Fußballplatz hinaus zu einer prägenden Stimme gemacht. Bekannt für seine klaren politischen und gesellschaftlichen Positionierungen, betont er stets: Freiheit und Menschenwürde müssten aktiv verteidigt werden.

Sein vielzitierter Satz "Wir waren alle schon mal Flüchtlinge" steht exemplarisch für diese Überzeugung. Zwar sind unter seiner Führung keine konkreten Vereinsinitiativen dokumentiert, doch sein öffentliches Wirken bleibt ein zentraler Teil seines Vermächtnisses.

Die Auszeichnung unterstreicht Streichs Rolle als entschiedener Gegner von Diskriminierung im Fußball und in der Gesellschaft. Mit seinem Rückzug 2024 endet eine Karriere, die Sport mit dem Einsatz für Gleichberechtigung verband. Zugleich zeigt der Preis, wie aktuell die Ideale der Zwölf Artikel für heutige Kämpfe um Gerechtigkeit bleiben.