01 January 2026, 16:51

Chaos im Notdienst: Apotheker in Baden-Württemberg erhalten Pläne zu spät

Eine Apotheke mit einem vor ihr geparkten Fahrzeug und einem Gebäude in der linken Ecke.

Chaos im Notdienst: Apotheker in Baden-Württemberg erhalten Pläne zu spät

Apotheker in Baden-Württemberg kämpfen mit Verspätungen beim Notdienstplan für 2025

Dr. Daniel Negyesi, Inhaber der Kronen-Apotheke in Tuningen, erhielt seinen Einsatzplan erst Ende Oktober – deutlich später als üblich. Die Verzögerung sorgt für Frust, besonders weil Schichten auf Feiertage fallen.

Negyesi stellte fest, dass er am Neujahrstag eingeteilt wurde, ein Termin, den er als "inakzeptabel" bezeichnet. Die Planung durchkreuzt nicht nur seine Familienfeier, sondern bedeutet auch hohen Arbeitsaufwand: Patienten könnten bis zu 40 Kilometer für die Notversorgung zurücklegen müssen.

Die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg räumte die Verspätung ein, führte sie aber auf logistische Herausforderungen zurück. Ein zentrales Problem war die sogenannte "Vortauschphase", in der Apotheker Schichten untereinander tauschen. Zudem erschwerten hohe Apotheken-Schließungsraten und die Abstimmung mit Nachbarbundesländern die Planung. Als Lösung schlug Negyesi vor, künftig einen vorläufigen Plan für das erste Halbjahr bis Ende Juni und für die zweite Jahreshälfte bis Ende Oktober zu veröffentlichen. Ob die Kammer dies umsetzen wird, blieb jedoch offen.

Die späte Bekanntgabe des Notdienstplans zwingt viele Apotheker zu kurzfristigen Umplanungen. Negyesis Fall zeigt, wie stark private Feiern und die Patientenversorgung betroffen sind. Bisher wurde niemand offiziell für die Verzögerung verantwortlich gemacht – die Kammer verweist weiterhin auf Koordinationsschwierigkeiten als Ursache.