CDU-Kandidat Hagel in der Kritik: Alte "rehbraune Augen"-Äußerung entfacht Wahlkampfstreit
H.-Dieter ReuterPalmer fordert Fairness im Streit um Hagel-Video - CDU-Kandidat Hagel in der Kritik: Alte "rehbraune Augen"-Äußerung entfacht Wahlkampfstreit
Politischer Streit in Baden-Württemberg kurz vor der Landtagswahl
Nur wenige Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist ein politischer Streit entbrannt: CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel gerät wegen einer alten Interviewäußerung über die "rehbraunen Augen" einer Schülerin in die Kritik. Die Vorwürfe kamen von der Grünen-Politikerin Zoe Mayer, die ein acht Jahre altes Video wieder aufgriff – was prompt Gegenwind vom Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer auslöste, während Hagels eigene Partei ihn unterstützte.
Auslöser der Kontroverse war ein 2018 veröffentlichtes Video, in dem Hagel die Augen eines Mädchens als rehbraun beschrieb. Der CDU-Politiker räumte später ein, der Kommentar sei kein gelungener Einstieg ins Gespräch gewesen, habe aber als lockeres Beispiel dafür dienen sollen, wie Sprache politische Nähe schaffen kann.
Palmer kritisierte umgehend Mayers Timing und warf ihr vor, das Video zwölf Tage vor der Wahl bewusst wiederzubeleben, um Hagels Wahlkampf zu schaden. Er warnte, der Vorstoß könnte nach hinten losgehen, den Grünen Stimmen kosten und mögliche Koalitionsgespräche mit der CDU belasten.
Innerhalb der CDU erhielt Hagel öffentlich Rückendeckung. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die auch Vorsitzende der Frauen-Union der Partei ist, verteidigte ihn als verantwortungsvollen Politiker mit modernen Ansichten zur Gleichberechtigung. Weitere hochrangige CDU-Vertreter äußerten sich bisher nicht weiter zur Sache.
Der Streit droht nun, die letzte Phase des Wahlkampfs zu überschatten. Hagels Äußerung von 2018 bleibt ein Gesprächsthema, während Palmers Eingreifen die Spannungen zwischen Grünen und CDU offenlegt. Das Ergebnis könnte sowohl die Stimmung der Wähler als auch künftige Koalitionsverhandlungen im Land beeinflussen.






