24 March 2026, 16:19

Bundeswehr-Reform gefährdet faire Chancen für kleine Unternehmen und Start-ups

Logo der Berlin Finance Initiative: ein blauer Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen 'B' in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster, alles auf einem weißen Hintergrund mit fetter schwarzer Schrift 'Berlin Finance Initiative.'

Bundeswehr-Reform gefährdet faire Chancen für kleine Unternehmen und Start-ups

Die deutsche Bundesregierung reformiert die Beschaffung von Ausrüstung und Dienstleistungen für die Bundeswehr. Ein neuer Gesetzentwurf soll Planung und Einkauf beschleunigen, stößt aber auf Bedenken hinsichtlich der Chancengleichheit. Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin sowie Ministerin für Arbeit und Tourismus in Baden-Württemberg, warnt, dass die Änderungen kleinere Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausschließen könnten.

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Das geplante Gesetz, bekannt als Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz (BwPBBG), sieht vor, dass Verträge häufiger ohne vollständiges Wettbewerbsverfahren direkt vergeben werden dürfen. Zudem enthält es weitreichende Ausnahmen von den bestehenden Vergaberichtlinien. Hoffmeister-Kraut argumentiert, dass diese Maßnahmen es kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), Start-ups und neuen Anbietern erschweren könnten, sich an Ausschreibungen zu beteiligen.

Seit Jahren halten komplexe Vergabeverfahren und strenge Qualifikationsanforderungen viele kleinere Firmen davon ab, sich um Aufträge der Bundeswehr zu bewerben. Große Auftragsvolumina begünstigen oft etablierte Zulieferer und lassen neuen Marktteilnehmern kaum Spielraum. Die Ministerin betonte, dass eine echte Bürokratieabbau nicht auf Ausnahmen setzen, sondern Prozesse vereinfachen sollte.

Sie verwies auf die Erfahrungen Baden-Württembergs mit einem Entlastungsbündnis, an dem Unternehmen, Politiker und Verwaltung gemeinsam mitwirkten. Dieser Ansatz habe erfolgreich Bürokratie abgebaut und die Effizienz gesteigert. Hoffmeister-Kraut forderte, die Reform müsse die Perspektive der Unternehmen stärker berücksichtigen, um faire Wettbewerbsbedingungen und leichteren Zugang für alle zu gewährleisten.

Der Bundesrat hat nun einen von Hoffmeister-Kraut initiierten Antrag unterstützt. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, den fairen Wettbewerb zu wahren und die Rolle von KMU und Start-ups in der Rüstungsbeschaffung anzuerkennen. Die Ministerin unterstrich zudem, dass jedes Unternehmen eine faire Chance erhalten sollte, zum wachsenden Bedarf der Streitkräfte beizutragen.

Der Antrag des Bundesrates unterstreicht die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes bei der Beschaffungsreform. Das endgültige Gesetz wird entscheiden, ob kleinere Unternehmen künftig auf Augenhöhe um Rüstungsaufträge konkurrieren können. Hoffmeister-Krauts Vorschläge zielen darauf ab, dass nicht Ausnahmen, sondern Vereinfachungen den Prozess vorantreiben.

Quelle