Bosch verlängert Hartungs Vertrag – trotz tausender Massenentlassungen bis 2030
Harry GirschnerVertrag von Bosch-Chef Hartung verlängert - Bosch verlängert Hartungs Vertrag – trotz tausender Massenentlassungen bis 2030
Bosch hat den Vertrag von Vorstandsvorsitzendem Stefan Hartung um fünf Jahre verlängert – damit bleibt er bis 2031 an der Spitze des Konzerns. Die Entscheidung fällt in eine Phase 6 tiefgreifender Umstrukturierungen, zu der auch tausende Massenentlassungen in den deutschen Werken gehören. Trotz der Entlassungen bezeichnete der Aufsichtsrat den Schritt als klares Bekenntnis zu Hartungs Führung.
Hartung, ein promovierter Maschinenbauingenieur, leitet Bosch seit fast vier Jahren. In seiner neuen Amtszeit wird er das Unternehmen durch eine Phase radikaler Kostensenkung und Transformation führen.
Der Zuliefererbereich bleibt das größte Geschäftssegment von Bosch und macht über 60 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Für dieses Jahr erwartet das Unternehmen ein moderates Wachstum in diesem Bereich mit einem Umsatzplus von knapp zwei Prozent. Doch die Umstrukturierung trifft hart: Bis 2030 will Bosch in der Mobilitätssparte rund 22.000 Stellen abbauen. Hinzu kommen 2.400 Massenentlassungen bei der Hausgerätetochter BSH sowie die Schließung eines Elektrowerkzeugwerks in Leinfelden. Insgesamt ist nun jeder fünfte Bosch-Arbeitsplatz in Deutschland bedroht. Die Vertragsverlängerung durch den Aufsichtsrat unterstreicht dessen Rückhalt für Hartungs Strategie – trotz Kritik an dem Ausmaß der Kürzungen.
Hartungs verlängerte Amtszeit läuft bis 2031 und gibt ihm langfristige Handlungsmacht, um Bosch durch die Massenentlassungen zu steuern. Die Stellenstreichungen werden die deutsche Belegschaft des Konzerns grundlegend verändern, während der Zuliefererbereich weiterhin der wichtigste Umsatzträger bleibt. Der Fokus liegt vorerst auf Kostensenkung und der Aufrechterhaltung von Wachstum in einem schwierigen Marktumfeld.