BAT schließt Südafrikas einziges Werk – illegaler Markt zwingt zum Rückzug
Harry GirschnerBAT schließt Südafrikas einziges Werk – illegaler Markt zwingt zum Rückzug
British American Tobacco (BAT) schließt sein einziges Produktionswerk in Südafrika bis März 2026. Die Entscheidung folgt auf massiven Druck durch den illegalen Zigarettenhandel, der mittlerweile fast 75 % des lokalen Marktes ausmacht. Rund 230 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze, da das Unternehmen künftig auf Importe setzt, um die Kunden zu beliefern.
Das Werk in Heidelberg in der Provinz Gauteng kämpfte seit Langem gegen eine Flut illegaler Geschäfte an. BAT nannte das Ausmaß des Schwarzmarkts für Zigaretten als Hauptgrund für die Schließung. Ab dem kommenden Jahr werden alle Produkte für den südafrikanischen Markt importiert.
Trotz dieses Rückschlags bleibt BAT auf seine langfristigen Ziele fokussiert. Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist der Ausbau der "Neuen Kategorien", etwa nikotinhaltiger Produkte ohne Tabak. Das Unternehmen hält weiterhin an seiner Vision einer "rauchfreien Welt" bis 2035 fest. Finanziel sieht BAT sein Aktienrückkaufprogramm weiter voran: Allein am Dienstag wurden 161.326 Aktien im Rahmen eines diesjährigen Volumens von 1,3 Milliarden Pfund zurückgekauft. Die geplanten Rückkäufe sollen jedoch bald eingestellt werden, was den Anteil der verbleibenden Aktionäre erhöht. Zudem bestätigt das Unternehmen seine Prognosen für 2026: Es erwartet ein Umsatzwachstum von 3 % bis 5 % sowie einen Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie um 5 % bis 8 %. Die starke Performance auf dem US-Markt stützt diese Ziele. Anleger erhalten ein klareres Bild vom Fortschritt des Unternehmens, wenn die Jahresergebnisse 2025 am 12. Februar 2026 veröffentlicht werden. Der Bericht wird zeigen, wie gut BAT kurzfristige Herausforderungen meistert und gleichzeitig seine Transformationspläne vorantreibt.
Die Schließung des südafrikanischen Werks markiert einen tiefgreifenden Wandel für BAT in der Region. Da Importe die lokale Produktion ersetzen, wird sich das Unternehmen auf globale Lieferketten stützen, um die Nachfrage zu decken. Gleichzeitig bleiben die finanzielle Strategie und die langfristige Ausrichtung auf risikoärmere Produkte unverändert.