10 May 2026, 12:17

Banaszak wirbt mit Feminismus um junge Männer – doch die AfD punktet stärker

Ein Plakat mit der Aufschrift "Geschlechterneutrale Toiletten" betont die Inklusivität in den Toiletteneinrichtungen.

Banaszak wirbt mit Feminismus um junge Männer – doch die AfD punktet stärker

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, hat erstmals öffentlich versucht, junge Männer mit einer feministischen Botschaft zu erreichen. Sein Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der der rechtsextreme Politiker Maximilian Krah bei derselben Zielgruppe an Zuspruch gewinnt. Die Entwicklung spiegelt eine wachsende Kluft im Wahlverhalten junger Männer und Frauen in Deutschland wider.

Im Februar nutzte Banaszak ein Interview mit dem Playboy, um zu argumentieren, dass starre Geschlechterrollen nicht nur Frauen, sondern auch Männer schaden. Er betonte, Männer sollten ein Interesse am Feminismus haben – eine Haltung, die gemischte Reaktionen auslöste. Der Bundesfrauenrat der Grünen reagierte skeptisch und hinterfragte seinen Aufruf zu einer Debatte über eine „Männerpolitik“.

Banaszaks Ansatz steht im scharfen Kontrast zur Strategie der rechtsextremen AfD. In einem Video vor der Europawahl 2024 rief der AfD-Politiker Maximilian Krah junge Männer, die Schwierigkeiten haben, Partnerinnen zu finden, dazu auf, „auf die richtige Seite“ zu wechseln. Die Botschaft verfehlte ihre Wirkung nicht: Bei der letzten Bundestagswahl stimmten Männer unter 24 Jahren mehrheitlich für die AfD, während Frauen desselben Alters eher linksliberale Parteien bevorzugten.

Die Haltung der Grünen zum Thema Männlichkeit hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Bereits 2010 veröffentlichten 21 grüne Politiker, darunter Sven Lehmann, ein Manifest mit dem Titel „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich.“ Lehmann ist heute überzeugt, dass traditionelle Macho-Einstellungen in der Partei keinen Platz mehr haben. Banaszak selbst setzt auf ungewöhnliche Signale – etwa indem er sein Büro pink streich – eine Farbe, die er offen mag. Vor zwei Jahrzehnten trug selbst Torwart Tim Wiese pinkfarbene Kleidung auf dem Platz, ohne auf Widerstand zu stoßen.

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Doch Banaszak gibt zu, dass seine Strategie kaum mit Krahs Anziehungskraft auf verunsicherte 18-Jährige konkurrieren kann. Der Co-Vorsitzende räumt ein, dass seine feministische Botschaft junge Männer, die sich vom Rechtsextremismus angezogen fühlen, möglicherweise nicht leicht überzeugen wird.

Der Versuch der Grünen, Männlichkeit neu zu definieren, stößt sowohl auf internen Widerstand als auch auf Konkurrenz von rechts. Die Wahlpräferenzen junger Männer deuten auf eine vertiefende politische Spaltung hin, während der eigene Frauenrat der Partei von Banaszaks Initiative nicht überzeugt ist. Die Debatte darüber, wie diese Zielgruppe erreicht werden kann, wird voraussichtlich weitergehen.

Quelle