Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sanierung wieder offen – doch Probleme bleiben
Harry GirschnerBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sanierung wieder offen – doch Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Vollsperrung für umfangreiche Sanierungsarbeiten wieder in Betrieb gegangen. Das Projekt ist Teil eines größeren Programms, das bis Mitte der 2030er-Jahre Dutzende Strecken modernisieren soll. Die Kosten stiegen deutlich über die Planung hinaus, und die Fertigstellung verzögerte sich um sechs Wochen.
Die Strecke war seit Anfang August 2023 für Fern-, Regional- und Güterverkehr gesperrt worden. Fernzüge wurden über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Fahrzeiten verlängerte, während Regionalreisende monatelang auf Schienenersatzverkehr mit Bussen ausweichen mussten.
Ursprünglich sollte die Strecke bereits Anfang Mai 2023 wiedereröffnet werden, doch anhaltender Frost im Januar und Februar führte zu Verzögerungen. Die endgültigen Kosten beliefen sich auf rund 2,7 Milliarden Euro – deutlich mehr als die ursprünglich veranschlagten 2,2 Milliarden. Ein eingeplanter Puffer von 300 Millionen Euro wurde aufgrund der Bauverzögerungen vollständig aufgebraucht.
Trotz der Wiederinbetriebnahme Mitte Juni blieben Probleme bestehen: Aufzüge fielen aus, Züge fuhren nicht nach Plan, und das neue europäische Zugsicherungssystem ETCS konnte nicht installiert werden. Das bedeutet, dass innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre eine weitere längere Sperrung nötig sein wird.
Die Modernisierung der Strecke Hamburg–Berlin ist eines von vielen Vorhaben, die langfristig größere Baustellen auf den Hauptverbindungen vermeiden sollen. Doch das Projekt stand wegen der langen Sperrzeit, der explodierenden Kosten und der ungelösten technischen Herausforderungen in der Kritik. Diese Probleme werden auch in den kommenden Jahren weitere Aufmerksamkeit erfordern.
