Bahn-Chaos in Baden-Württemberg: Pünktlichkeit bricht ein – wer stoppt die Verspätungswelle?
Enrico HerrmannVerkehrsminister fordert mehr Zuverlässigkeit von der Bahn - Bahn-Chaos in Baden-Württemberg: Pünktlichkeit bricht ein – wer stoppt die Verspätungswelle?
Bahnverkehr in Baden-Württemberg steht vor wachsenden Herausforderungen: Pünktlichkeit sinkt, Baustellen verursachen Chaos
Die Zugverbindungen in Baden-Württemberg kämpfen mit immer größeren Problemen: Die Pünktlichkeit geht zurück, und Verzögerungen durch Bauarbeiten häufen sich. Die Zuverlässigkeit im Regionalverkehr sank 2025 auf 88,7 Prozent – nach 90,3 Prozent im Vorjahr. Infrastrukturprojekte und hohes Verkehrsaufkommen sorgen weiterhin für anhaltende Störungen. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat nun die neue Bahn-Chefin Evelyn Palla aufgefordert, dringend gegenzusteuern und die Bedürfnisse der Fahrgäste in den Vordergrund zu stellen.
Der Leistungsrückgang fällt in eine Phase, in der Großprojekte wie Stuttgart 21 und der Ausbau der Rheintalbahn das Netz an seine Grenzen bringen. Über 70 große Baustellen sind derzeit in der Region aktiv, besonders betroffen ist die Strecke zwischen Stuttgart und Ulm, wo es täglich zu Verspätungen kommt. In Stuttgart selbst bleibt die Lage besonders angespannt – die anhaltenden Arbeiten für S21 verschärfen die bestehenden Engpässe zusätzlich.
Das Verkehrsministerium kritisiert die Planung und Koordination der Projekte: Notwendige Modernisierungen würden oft zu spät angesetzt oder schlecht umgesetzt. Während der Betrieb abseits der Hauptbrennpunkte noch vergleichsweise stabil läuft, haben wiederholte Pannen – etwa drei größere Ausfälle im Stellwerk Heidelberg im September – den Verkehr im Rhein-Neckar-Raum stundenlang lahmgelegt.
Die DB InfraGO versucht zwar mit Maßnahmen wie Brückensanierungen und Anpassungen in der Planung, die langfristigen Probleme anzugehen. Konkrete Schritte unter der neuen Chefin Evelyn Palla stehen jedoch noch aus. Das Ministerium betont, dass das Netz außerhalb der Problemzonen Stuttgart und Heidelberg nicht so schlecht dasteht, wie die aktuellen Zahlen suggerieren.
Angesichts sinkender Pünktlichkeit und anhaltender Bauverzögerungen steht Palla unter Druck, schnell sichtbare Verbesserungen zu liefern. Verkehrsminister Hermann hat klar gemacht: Die Zuverlässigkeit für die Fahrgäste muss absolute Priorität haben. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die von der Bahn angekündigten Veränderungen den Betrieb in Baden-Württemberg stabilisieren können.