Baden-Württemberg will Deutschlands Sicherheits- und Verteidigungspolitik revolutionieren
H.-Dieter ReuterBaden-Württemberg will Deutschlands Sicherheits- und Verteidigungspolitik revolutionieren
Baden-Württemberg will Vorreiter in Deutschlands Sicherheits- und Verteidigungindustrie werden
Die Landesregierung setzt auf ihre starke technologische Basis und die wachsende Startup-Szene als zentrale Stärken. Angesichts zunehmender Bedrohungen – von russischer Sabotage bis hin zu Desinformationskampagnen – fordert sie eine unabhängige und robustere Verteidigungsstrategie.
Auf einer kürzlichen Konferenz betonte Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Notwendigkeit, Europas Abhängigkeit von externer militärischer Unterstützung zu verringern. Regionen wie Baden-Württemberg müssten seiner Meinung nach eine Vorreiterrolle bei der Stärkung dieser Eigenständigkeit übernehmen. Seine Äußerungen folgten auf Warnungen von Innenminister Thomas Strobl, der auf aktive russische Operationen in Deutschland hinwies – von Spionage über Sabotage bis hin zu gezielten Desinformationskampagnen.
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski unterstrich die Dringlichkeit, Forschung und Innovation stärker zu fördern. Diese Investitionen seien entscheidend, um Demokratie und gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit zu sichern. Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut verwies auf die industriellen Stärken des Landes – von Rüstungsproduktion bis hin zu KI und Quanten-Technologien – als zentrale Säulen zukünftiger Verteidigungsfähigkeiten.
Die Landesregierung setzt auf einen branchenübergreifenden Ansatz, der Wirtschaft, Forschung und öffentliche Einrichtungen vernetzt. Strobl mahnte zudem bessere Schutzmechanismen für Wirtschaft und Gesellschaft gegen mögliche Störungen an. Zwar wurden keine konkreten Summen genannt, doch bestätigten Vertreter, dass Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Land bereits Projektanträge im Rahmen der neuesten Förderprogramme einreichen.
Der Vorstoß Baden-Württembergs, seinen Sicherheits- und Verteidigungssektor auszubauen, fällt in eine Zeit wachsender geopolitischer Spannungen. Mit seiner Mischung aus etablierter Industrie und innovativen Startups positioniert sich das Land als Schlüsselakteur in Europas Streben nach militärischer Eigenständigkeit. Nun geht es darum, die Pläne in konkrete Projekte umzusetzen – mit Resilienz und Innovation als Kernziele.






