Baden-Württemberg vor der Landtagswahl: CDU führt, doch Koalitionsoptionen bleiben ungewiss
Enrico HerrmannCDU-Chef Hagel sieht Alternativen zu den Grünen - Baden-Württemberg vor der Landtagswahl: CDU führt, doch Koalitionsoptionen bleiben ungewiss
Ein aktueller Meinungsstand von Mitte Oktober zeigt sich wandelnde politische Kräfteverhältnisse in Baden-Württemberg im Vorfeld der Landtagswahl. Die CDU liegt mit 29 Prozent vorn, gefolgt von der AfD mit 21 Prozent und den Grünen mit 20 Prozent. Die laufenden Sondierungsgespräche für eine mögliche Koalition bleiben ungewiss, da die Parteien ihre Optionen für eine stabile Regierungsbildung abwägen.
Laut Umfrage wäre einzig ein Bündnis aus CDU und Grünen in der Lage, eine klare Mehrheit zu sichern. Doch der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel hat sich offen für andere Konstellationen gezeigt – was die weitere Entwicklung verkompliziert.
Die jüngsten Zahlen sehen die SPD bei 10 Prozent, die Linke bei 7 Prozent und die FDP bei 5 Prozent. Diese Werte schränken die Möglichkeiten für eine regierungsfähige Koalition ein, da die meisten denkbaren Kombinationen keine Mehrheit erreichen würden.
Hagel hat betont, dass Vertrauen bei der Wahl der Partner entscheidend sein werde. Zwar schließt er eine Zusammenarbeit mit den Grünen nicht aus, signalisiert jedoch eine Präferenz für Alternativen, sofern diese machbar sind. Eine mögliche Option wäre ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP – doch auch hier deuten die Umfragewerte darauf hin, dass die Sitze nicht ausreichen würden.
Die FDP, derzeit noch Teil der Landesregierung, lehnt jede „Ampelkoalition“ mit Grünen und SPD kategorisch ab. Parteichef Hans-Ulrich Rülke erklärte am 28. Dezember 2025, die Liberalen würden ausschließlich eine Regierung unter Führung der CDU unterstützen und sprach von einer notwendigen „bürgerlichen Wende“.
Hagels Bereitschaft, ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP zu prüfen, steht damit im Kontrast zur Haltung der FDP. Selbst wenn die Liberalen den Einzug in den Landtag schaffen, deuten die Zahlen darauf hin, dass diese Kombination keine Mehrheit erzielen würde.
Die Umfrageergebnisse lassen Baden-Württemberg mit begrenzten Koalitionsoptionen zurück. Ein Bündnis aus CDU und Grünen bleibt die einzige rechnerisch sichere Mehrheit – doch Hagels Offenheit für andere Konstellationen sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Die ablehnende Haltung der FDP gegenüber einer Ampelkoalition verengt den Spielraum weiter und bereitet den Boden für komplexe Verhandlungen nach der Wahl.