Baden-Württemberg startet Pilotprojekt zur besseren Versorgung schwerer PAIS-Fälle
Paula GumprichBaden-Württemberg startet Pilotprojekt zur besseren Versorgung schwerer PAIS-Fälle
Neues Pilotprojekt in Baden-Württemberg zielt auf bessere Versorgung von Erwachsenen mit schwerem Post-Akuten-Infektionssyndrom (PAIS) ab
Ein neues Pilotprojekt in Baden-Württemberg soll die Behandlung von Erwachsenen mit schwerem Post-Akuten-Infektionssyndrom (PAIS) verbessern. Die Initiative unter der Leitung des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) konzentriert sich auf bettlägerige oder an das Haus gebundene Patient:innen, die unter Langzeitfolgen von Infektionen wie SARS-CoV-2 oder dem Epstein-Barr-Virus leiden. Finanziert wird das Vorhaben vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration des Landes, mit einer Laufzeit von November 2025 bis Mai 2027.
Das Projekt mit dem Namen SEVERE-PAIS baut auf den Erkenntnissen des Vorgängerprojekts SEVEN-PCS auf, das 2023/2024 die Versorgung von Patient:innen mit Long-/Post-COVID-Syndrom untersuchte. Unter der Leitung von Professor Dr. Attila Altiner werden zwei Versorgungsmodelle erprobt: ein telemedizinisches Unterstützungs- und multidisziplinäres Online-Betreuungsprogramm sowie eine hausärztliche ambulante Versorgung vor Ort. Beide Ansätze werden evaluiert, um zu ermitteln, welches für die 30 am schwersten betroffenen Teilnehmenden am besten geeignet ist.
Wichtige Partner sind die Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik sowie die Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Toxikologie des UKHD. Die Forscher:innen sammeln medizinische und psychologische Daten, darunter Aufzeichnungen von Wearables und Patientenbefragungen, um eine wissenschaftliche Grundlage für künftige Standardbehandlungen zu schaffen. Zudem entsteht im Rahmen des Projekts ein Patientenregister und eine Biobank mit den gesammelten Daten. Diese Ressourcen sollen die laufende Forschung unterstützen und die Langzeitversorgung von PAIS-Patient:innen verbessern. Die Diagnose der Erkrankung stützt sich auf spezifische Kriterien und den Ausschluss anderer Krankheiten, da die Symptome oft lange nach der ursprünglichen Infektion anhalten.
Das SEVERE-PAIS-Projekt läuft bis Mai 2027. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, bessere Versorgungsstrategien für schwer erkrankte PAIS-Patient:innen zu entwickeln. Durch den Vergleich der beiden Versorgungsmodelle und den Aufbau eines Datenregisters will die Initiative eine Grundlage für dauerhafte Lösungen im Gesundheitswesen schaffen. Die Erkenntnisse könnten auch beeinflussen, wie Baden-Württemberg und andere Regionen Menschen mit langfristigen postinfektiösen Behinderungen unterstützen.