19 January 2026, 10:35

Baden-Württemberg startet Biotopverbund gegen Wildunfälle und für Artenvielfalt

Ein detaillierter alter Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke und Text, der Stadtinformationen bereitstellt.

Baden-Württemberg startet Biotopverbund gegen Wildunfälle und für Artenvielfalt

Baden-Württemberg führt neuen Plan zum Schutz von Wildtieren und zur Verringerung von Wildunfällen ein

Mit dem Landesweiten Biotopverbundplan (GWP) will Baden-Württemberg wichtige Waldlebensräume vernetzen und so Arten den sicheren Wechsel zwischen verschiedenen Gebieten ermöglichen. Gleichzeitig werden Maßnahmen erprobt, um die Zahl der Wildunfälle zu senken – alleine in Deutschland kommt es alle 20 Minuten zu einem Zusammenstoß zwischen Tieren und Fahrzeugen.

Grundlage des Plans bilden zwei Landesgesetze: das Landesjagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) sowie das Landesnaturschutzgesetz (NatSchG). Im Mittelpunkt steht der Erhalt großer, zusammenhängender Lebensräume für mobile Arten wie Luchse, Wildkatzen und Rothirsche, um deren Wanderungen und genetische Vielfalt langfristig zu sichern.

Wildtiere folgen bei ihren Wanderungen festen Routen – doch diese kreuzen häufig Straßen und führen so zu gefährlichen Unfällen. Laut deutschen Versicherungen ereignet sich bundesweit alle 20 Minuten ein Wildunfall. Um gegenzusteuern, läuft im Land das Projekt „Modellregion Wildunfallprävention“, in dem Lösungen wie die Freihaltung von Sichtachsen an Unfallschwerpunkten oder eine angepasste Bejagung in Risikogebieten getestet werden. Autofahrer werden zudem aufgefordert, besonders in der Dämmerung – der Hauptaktivitätszeit der Tiere – wachsam zu sein. Mit der Zeitumstellung im Herbst steigt das Risiko zusätzlich, da der Berufsverkehr dann oft in die Abenddämmerung fällt. Bald sollen die Geodaten des Plans über Online-Kartendienste öffentlich zugänglich sein.

Der Landesweite Biotopverbundplan bietet eine wissenschaftlich fundierte Strategie, um Lebensräume zu vernetzen und Wildtiere zu schützen. Durch die Kombination von rechtlichen Maßnahmen, Verkehrssicherheitstests und Öffentlichkeitsarbeit soll die Unfallrate gesenkt werden. Die bevorstehende Veröffentlichung der Geodaten wird zudem Anwohnern und Planern helfen, wichtige Wildtierkorridore besser zu verstehen.