09 February 2026, 18:30

Baden-Württemberg stärkt Wirtschaftskooperation mit neuer Tokio-Vertretung

Ein detaillierter alter Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke und Text, der Stadtinformationen bereitstellt.

Baden-Württemberg stärkt Wirtschaftskooperation mit neuer Tokio-Vertretung

Baden-Württemberg baut seine Wirtschaftsbeziehungen zu Japan aus und eröffnet eine eigene Wirtschaftsvertretung in Tokio. Mit diesem Schritt will das Bundesland die Zusammenarbeit in Schlüsselbranchen wie Automobilindustrie, erneuerbare Energien und künstliche Intelligenz vertiefen. Japan, die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, bleibt ein zentraler Partner für den deutschen Südwesten – mit einer jahrzehntelangen Geschichte der Kooperation.

Die neue Vertretung soll vor allem mittelständischen Unternehmen aus Baden-Württemberg neue Geschäftschancen eröffnen. Im Fokus stehen die Bereiche Mobilität, Robotik, Gesundheitswesen und Klimatechnologien. Besonders berücksichtigt werden auch Japans wachsende Start-up-Szene sowie Fortschritte in den Bereichen Verteidigung und Sicherheitstechnologien, die die Rolle des Landes als NATO-Partner widerspiegeln.

Die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Baden-Württemberg und Japan reichen bis zum 24. November 1989 zurück, als eine regionale Partnerschaft mit der Präfektur Kanagawa begründet wurde. Seither hat sich die Zusammenarbeit weiterentwickelt, gestützt durch Abkommen wie das EU-Japan-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, das am 1. Februar 2019 in Kraft trat. Die Handelszahlen für 2024 zeigen Japan als den 14. wichtigsten Exportmarkt Baden-Württembergs: Die Ausfuhren stiegen um 6,8 Prozent auf rund 4,4 Milliarden Euro. Die Einfuhren aus Japan gingen hingegen um 8,2 Prozent zurück und lagen bei etwa 3,2 Milliarden Euro, womit das Land auf Platz 18 der Importrangfolge des Bundeslandes steht.

Leiter der neuen Vertretung wird Dr. Lucas Witoslawski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Japanischen Industrie- und Handelskammer (AHK Japan), der als Wirtschaftsrepräsentant Baden-Württembergs fungieren wird. Victor Arnhold, Berater bei der AHK Japan, übernimmt die Rolle des Innovationsscouts und beobachtet die technologischen Entwicklungen in Japan, um mögliche Kooperationen zu identifizieren.

Die Eröffnung der Vertretung unterstreicht das Engagement Baden-Württembergs, Japans hochtechnologisierte und forschungsgetriebene Wirtschaft stärker zu nutzen. Durch die Fokussierung auf Bereiche wie KI, erneuerbare Energien und Automobilinnovation will das Land konkrete Chancen für seine Unternehmen schaffen. Die Initiative knüpft dabei an die langjährige wirtschaftliche Partnerschaft an und sichert so das weitere Wachstum im bilateralen Handel und in der Zusammenarbeit.